Besondere Uhr trägt prominente Unterschriften - doch "Bares für Rares"-Experte sieht einen Haken

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"Bares für Rares"
"Das ist skurril", meinte Sven Deutschmanek, als er das Objekt bei "Bares für Rares" bestaunte.
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Helga und Wolfgang stellen in der ZDF-Trödelshow ihre Uhren vor.
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Die Uhr war anlässlich der Olympischen Spiele 1992 in Barcelona entstanden.
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Die Händler zeigten sich an der einzigartigen Uhr durchaus interessiert.
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Ein Armband aus 585er Gold mit Skarabäen aus Speckstein wurde von Wendela Horz in die 1950er/60er Jahre datiert.
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Ein Kupfereimer war laut Sven Deutschmanek ein Werk des Bauhaus-Künstlers Hans Przyrembel.
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Das Porzellan-Putto datierte Colmar Schulte-Goltz auf 1919/20.
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Beim ersten Blick auf das ungewöhnliche Objekt war "Bares für Rares"-Experte Sven Deutschmanek überrascht: "Das ist skurril" und im Wert sehr schwer einschätzbar ...

"Das ist skurril", meinte Sven Deutschmanek, als er das Objekt in der Mittwochsausgabe der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" bestaunte. Noch erstaunlicher war aber der Aufzug des Verkäufers, den Horst Lichter als "lebende Geschichte" beschrieb. Nur im Händlerraum wurde die Lage ernster, denn dort wurde das Objekt als hochspekulativ eingeschätzt ...

Lichter war mit der Tradition vertraut: Im Schwarzwald fertigten Uhrmacher ihre Werke an und brachten sie anschließend in die ganze Welt. Helga aus Gütenbach war jedoch die Spezialistin fürs Bemalen der Uhrenschilder. Ihr Partner Wolfgang aus Merdingen trug sie nur: "Mir war es einfach zu schwer", lachte sie.

Helga berichtete, dass sie neben den Schildern auf Wolfgangs Rücken auch das des angebotenen Stücks gestaltet hatte. Während der Olympischen Spiele 1992 war sie in Barcelona eingeladen gewesen, um ihr Handwerk zu präsentieren. Dort hatte sie prominente Menschen getroffen, die auf dem Schild unterschrieben hatten. Lichter staunte: "Ja, Wahnsinn."

Deutschmanek ordnete das Stück als sogenannte Lackschilduhr ein, eine Uhrengattung, die besonders im Biedermeier gefragt war. Das Zifferblatt wurde vollständig von Hand gestaltet und koloriert, erklärte der Experte. Helga konnte dem nur zustimmen - schließlich war sie selbst vom Fach und beherrschte das Handwerk bestens.

Experte Deutschmanek schätzt "Entstehungsgeschichte" hinter Rarität

Das besondere Stück war Anfang der 1990er-Jahre anlässlich der Olympischen Spiele 1992 in Barcelona entstanden. Dort hatten unter anderem Franziska van Almsick und Richard von Weizsäcker auf dem Werk unterschrieben, beschrieb Deutschmanek. Die vielen verschiedenen Handschriften ließen das Unikat allerdings auch etwas "verschandelt" wirken.

Für ihre Arbeit setzte Helga 500 Euro als Wunschpreis an, denn sie wollte lediglich den Materialwert erhalten. Deutschmanek tat sich mit der Bewertung schwerer, da vergleichbare Stücke einfach fehlten. Dennoch schätzte er den Wert auf 500 bis 1.000 Euro, denn: "Ich finde die ganze Entstehungsgeschichte sehr, sehr gut."

Als die Uhr mit dem zusätzlichen Anschauungsmaterial im Händlerraum präsentiert wurde, zeigte sich Christian Vechtel sofort interessiert. Auch David Suppes sah die Besonderheit des Stücks. Wie bereits Deutschmanek hielt er die Bewertung jedoch für schwierig, "denn das ist ein absolutes Einzelstück ohne Vergleichswerke." Vechtel eröffnete das Bieten mit 200 Euro und erkundigte sich bei Helga nach dem Preis einer Uhr aus ihrer Werkstatt. Sie nannte 600 Euro und stellte klar, dass ihre übrigen Uhrenschilder nicht zum Verkauf standen. Daraufhin passte der Händler sein Gebot direkt an und bot ebenfalls 600 Euro.

Doch mit den 600 Euro von Vechtel war das Bietergefecht längst nicht beendet. Suppes stieg ebenfalls ein und erhöhte direkt auf 800 Euro. Vechtel blieb dran und legte mit 900 Euro nach. Doch auch Suppes gab nicht auf und setzte mit 1.000 Euro gleich das nächste Gebot - bereits die oberste Grenze der Schätzung.

Händler weiß: "Diese Uhren sind heute nicht mehr so beliebt"

Zwischen Suppes und Vechtel entwickelte sich ein rasantes Bieterduell, bei dem der Preis schließlich auf 1.300 Euro kletterte. Dann hielt Suppes kurz inne und erklärte, er sei raus und gönne Vechtel den Zuschlag. Der Händler freute sich, und auch Verkäuferin Helga war mit dem erreichten Preis zufrieden.

Nach dem Verkauf bezeichnete Suppes den Kauf als "sehr spekulativ", sah für Vechtel aber durchaus Chancen. Auch Benjamin Leo Leo verwies auf die vielen Olympia-Sammler und den Unikat-Charakter. Vechtel blieb dennoch vorsichtig, denn "das Problem ist nur, diese Uhren sind heute nicht mehr so beliebt".

Als weiteres Objekt der Sendung wurde ein Armband aus 585er Gold mit Skarabäen aus Speckstein von Wendela Horz in die 1950er/60er Jahre datiert. Statt der erhofften 200 bis 250 Euro schätzte die Expertin den Wert sogar auf 1.200 bis 1.500 Euro. Im Händlerraum erzielte der Glücksbringer schließlich 1.450 Euro von Liza Kielon. Ein Kupfereimer, den die Verkäuferin auf dem Trödel erstanden hatte, war laut Sven Deutschmanek ein Werk des Bauhaus-Künstlers Hans Przyrembel, der bei Marianne Brandt lernte. Für den Eimer aus den 1930er Jahren lag der Wunschpreis bei 100 Euro, der Experte schätzte ihn auf 150 bis 200 Euro. Benjamin Leo Leo zahlte schließlich 180 Euro.

Einen Porzellan-Putto datierte Colmar Schulte-Goltz im Entwurf für Rosenthal von Constantin Holzer-Defanti auf 1919/20. Produziert wurde die Herbst-Darstellung mit Weintrauben dann 1929. Die Verkäufer wünschten sich 500 Euro, der Experte schätzte 1.000 bis 1.200 Euro und David Suppes zahlte 800 Euro.

Quelle: teleschau – der mediendienst