Das Werk eines bekannten Künstlers sorgt in der Mittwochsausgabe von "Bares für Rares" für eine Überraschung: Die Verkäuferin hielt das Kunstwerk lange Zeit für ein Lesezeichen, nun wird es versteigert.
Auf den flüchtigen Blick sah die Zeichnung tatsächlich aus wie das Werk eines Kindes. "Wie süß, hat das ein Patenkind von dir gemalt?", witzelte "Bares für Rares"-Moderator Horst Lichter zu Kunsthistoriker Colmar Schulte-Goltz. Doch wäre es so, hätte das Ehepaar Alexandra und Tobias wohl kaum den Weg in die ZDF-Trödelshow gefunden.
Vor über 15 Jahren habe sie "im Internet ein Buch ersteigert", erzählte Alexandra. Darin befand sich ein Lesezeichen mit einem Bild. "Ich kannte den Maler nicht und habe das mal ein bisschen nachrecherchiert, wie man so schön sagt", erklärte die Erzieherin. Dabei habe sie entdeckt, dass das Werk von einem bekannten Künstler stamme. Der Kunsthistoriker Colmar Schulte-Goltz erklärte, dass es sich um eine "kleinformatige Darstellung" handele.
Auf der Unterseite des Originals ließ sich zudem die Signatur des Urhebers entdecken. "Das ist in dem Fall Adolf Hölzel", unterrichtete der Experte. Das Ehepaar hoffte, 500 Euro zu bekommen. Schulte-Goltz schätzte den Wert des Bildes noch etwas höher ein, auf 600 bis 850 Euro.
Händler frotzeln: "Du kannst echt ein Blödmann sein"
Nachdem das Ehepaar die Händlerkarte von Horst Lichter entgegengenommen hatte, wurde die um 1919 entstandene Zeichnung in den Händlerraum gegeben. Bei genauerem Betrachten grübeln die Händler, welches Malwerkzeug verwendet wurde - bis schließlich jemand die Vermutung "Wachs" in den Raum warf.
Kunsthändler Markus Wildhagen widersprach: "Aber da gab's das noch nicht. Diese Wachsstifte kamen erst in den 50er-, 60er-Jahren." Daraufhin stichelte Christian Vechtel: "Ich glaube, du hast in den 60ern das erste Mal Wachsmalstifte bekommen." Wildhagen frotzelte zurück: "Du kannst echt ein Blödmann sein."
Dann begann das Bieten um das Werk, das tatsächlich mit Ölkreide gezeichnet wurde. Es kam zur nächsten Stichelei, diesmal zwischen Fabian Kahl und Elke Velten-Tönnies. Als sie Kahl überbot, drohte er: "Das merke ich mir." Kahl sicherte sich die Zeichnung für 700 Euro.
"An der Stelle der Dame würde ich nur noch Bücher bestellen"
Nach dem Deal scherzt der Händler: "An der Stelle der Dame würde ich nur noch Bücher bestellen." Da verriet Markus Waldhagen, dass auch er einmal etwas in einem gebraucht gekauften Buch gefunden habe: nämlich 1.000 D-Mark. Allerhand!