Ein Beitrag über eine junge Bamberger Busfahrerin mit Kopftuch zog laut Stadtwerken respektlose und rassistische Kommentare nach sich. "Wir akzeptieren so etwas nicht", betont der Pressesprecher.
"Wir müssen ganz dringend etwas Wichtiges los werden", halten die Stadtwerke Bamberg in einem Statement fest. Die Verantwortlichen betonen darin, dass man weder Rassismus noch Diskriminierung dulde. Anlass für die Verlautbarung waren demnach respektlose Kommentare, die am Wochenende unter dem jüngsten Beitrag des Unternehmens. "Wir stehen für Offenheit, Respekt und Vielfalt", betont Pressesprecher Jan Giersberg am Dienstag (8. September 2026) im Gespräch mit inFranken.de.
"Wir akzeptieren so etwas nicht", erklärt er mit Blick auf die Äußerungen im Netz, die die am vergangenen Freitag in den sozialen Medien erfolgte Vorstellung einer Bamberger Busfahrerin nach sich gezogen hat. Das mit dem Post veröffentlichte Bild zeigt eine junge Frau mit Kopftuch. Bei ihr handelt es sich um eine angehende Berufskraftfahrerin, die derzeit eine Ausbildung bei den Stadtwerken absolviert.
Junge Busfahrerin in Bamberg erhält von Fahrgästen viel Lob - "Lieblingsbusfahrerin"
Der Internetbeitrag sollte laut Giersberg auf die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten des Versorgers und Dienstleisters aufmerksam machen. Die vorgestellte Auszubildende sei "ein sehr schönes Beispiel", wie sehr sich eine Frau in einer ehemaligen Männerdomäne wohlfühlen und dort beruflich durchstarten könne - etwa als professionelle Busfahrerin. Technische und verantwortungsvolle Berufe seien keine Frage des Geschlechts. Giersberg zufolge gibt es im Bamberger Personennahverkehr zahlreiche Frauen, die Stadtbusse fahren.
Nach Unternehmensangaben ist es für viele gleichwohl noch unüblich, eine junge Frau am Steuer sitzen zu sehen. Insgesamt liege der Frauenanteil in der Ausbildung zur Berufskraftfahrerin aktuell bei nur rund zehn Prozent. "Das zeigt, dass noch sehr wenige Frauen diesen Beruf ausüben", konstatieren die Stadtwerke im aktuellen Social-Media-Beitrag. "Darauf möchten wir aufmerksam machen, damit sich mehr junge Frauen trauen, diese Ausbildung auszuüben."
"Dass man sich fragt, warum hier eine Frau fährt, ist ein Armutszeugnis der Bevölkerung", gibt ein Facebook-Nutzer in Hinblick auf entsprechende anderslautende Äußerungen zu bedenken. "Dabei fahren Frauen schon seit so vielen Jahren einen Bus - das ist doch mittlerweile nichts mehr Ungewöhnliches", schreibt eine Frau. Eine andere bezeichnet die vorgestellte Auszubildende als ihre "Lieblingsbusfahrerin".
"Richtig schockiert": Auszubildende berichtet von skeptisch blickenden Fahrgästen
Ähnlich äußern sich mehrere weitere Kommentatoren. "Bin auch schon mit ihr gefahren als Gast, da können sich manche Fahrer ne Scheibe abschneiden", erklärt eine weitere Userin.
Im ursprünglichen Beitrag der Stadtwerke kommt auch die vorgestellte Busfahrerin zu Wort. „Da fährt ja eine Frau. Die schauen richtig zweimal", wird die Auszubildende zitiert. "Richtig schockiert" seien die Passagiere manchmal, berichtet sie - aber ansonsten gefalle es ihnen. "Bis jetzt habe ich immer nur Gutes gehört von den Fahrgästen."