Nach Anfeindungen: Stadtwerke Bamberg stellen sich hinter junge Busfahrerin

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Anfeindungen gegen Bamberger Busfahrerin: Stadtwerke mit klarer Botschaft
Die Stadtwerke Bamberg sprechen sich klar gegen Rassismus und Diskriminierung aus.
Bamberger Stadtbus im Sommer in der Langen Straße
Ralf Welz / inFranken.de (Archivbild)
Anfeindungen gegen Bamberger Busfahrerin: Stadtwerke mit klarer Botschaft
Die Stadtwerke Bamberg sprechen sich klar gegen Rassismus und Diskriminierung aus.
ZOB Bamberg, Busse am Zentralen Busbahnhof in der Bamberger Innenstadt, Bus, Stadtbus
Ralf Welz / inFranken.de (Archivbild)
Stadtbus in Bamberg, Bus, ZOB, ÖPNV
Die Stadtwerke Bamberg sprechen sich klar gegen Rassismus und Diskriminierung aus.
Stadtbus in Bamberg, Bus, ZOB, ÖPNV
Ralf Welz / inFranken.de (Symbolbild)

Ein Beitrag über eine junge Bamberger Busfahrerin mit Kopftuch zog laut Stadtwerken respektlose und rassistische Kommentare nach sich. "Wir akzeptieren so etwas nicht", betont der Pressesprecher.

"Wir müssen ganz dringend etwas Wichtiges los werden", halten die Stadtwerke Bamberg in einem Statement fest. Die Verantwortlichen betonen darin, dass man weder Rassismus noch Diskriminierung dulde. Anlass für die Verlautbarung waren demnach respektlose Kommentare, die am Wochenende unter dem jüngsten Beitrag des Unternehmens. "Wir stehen für Offenheit, Respekt und Vielfalt", betont Pressesprecher Jan Giersberg am Dienstag (8. September 2026) im Gespräch mit inFranken.de.

"Wir akzeptieren so etwas nicht", erklärt er mit Blick auf die Äußerungen im Netz, die die am vergangenen Freitag in den sozialen Medien erfolgte Vorstellung einer Bamberger Busfahrerin nach sich gezogen hat. Das mit dem Post veröffentlichte Bild zeigt eine junge Frau mit Kopftuch. Bei ihr handelt es sich um eine angehende Berufskraftfahrerin, die derzeit eine Ausbildung bei den Stadtwerken absolviert.

Junge Busfahrerin in Bamberg erhält von Fahrgästen viel Lob - "Lieblingsbusfahrerin"

Der Internetbeitrag sollte laut Giersberg auf die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten des Versorgers und Dienstleisters aufmerksam machen. Die vorgestellte Auszubildende sei "ein sehr schönes Beispiel", wie sehr sich eine Frau in einer ehemaligen Männerdomäne wohlfühlen und dort beruflich durchstarten könne - etwa als professionelle Busfahrerin. Technische und verantwortungsvolle Berufe seien keine Frage des Geschlechts. Giersberg zufolge gibt es im Bamberger Personennahverkehr zahlreiche Frauen, die Stadtbusse fahren.

Nach Unternehmensangaben ist es für viele gleichwohl noch unüblich, eine junge Frau am Steuer sitzen zu sehen. Insgesamt liege der Frauenanteil in der Ausbildung zur Berufskraftfahrerin aktuell bei nur rund zehn Prozent. "Das zeigt, dass noch sehr wenige Frauen diesen Beruf ausüben", konstatieren die Stadtwerke im aktuellen Social-Media-Beitrag. "Darauf möchten wir aufmerksam machen, damit sich mehr junge Frauen trauen, diese Ausbildung auszuüben."

"Dass man sich fragt, warum hier eine Frau fährt, ist ein Armutszeugnis der Bevölkerung", gibt ein Facebook-Nutzer in Hinblick auf entsprechende anderslautende Äußerungen zu bedenken. "Dabei fahren Frauen schon seit so vielen Jahren einen Bus - das ist doch mittlerweile nichts mehr Ungewöhnliches", schreibt eine Frau. Eine andere bezeichnet die vorgestellte Auszubildende als ihre "Lieblingsbusfahrerin". 

"Richtig schockiert": Auszubildende berichtet von skeptisch blickenden Fahrgästen

Ähnlich äußern sich mehrere weitere Kommentatoren. "Bin auch schon mit ihr gefahren als Gast, da können sich manche Fahrer ne Scheibe abschneiden", erklärt eine weitere Userin. 

Im ursprünglichen Beitrag der Stadtwerke kommt auch die vorgestellte Busfahrerin zu Wort. „Da fährt ja eine Frau. Die schauen richtig zweimal", wird die Auszubildende zitiert. "Richtig schockiert" seien die Passagiere manchmal, berichtet sie - aber ansonsten gefalle es ihnen. "Bis jetzt habe ich immer nur Gutes gehört von den Fahrgästen." 

Unter dem Beitrag fanden sich den Stadtwerken zufolge indes neben zahlreichen positiven Reaktionen auch diskriminierende und rassistische Äußerungen. "Manche Kommentare sind wirklich schlimm", schreibt auch eine Kommentatorin auf Facebook. "Ich bin auch schon mit ihr mitgefahren, sie ist sehr freundlich und fährt sehr gut! Ich fahre gern bei ihr mit", hebt sie hervor. Für unliebsames Feedback dürfte insbesondere der Umstand gesorgt haben, dass die junge Busfahrerin ein Hijab trägt, eine Kopfbedeckung für muslimische Frauen.

Busfahrerin mit Kopftuch sorgt für Diskussionen im Netz - "bin kein Freund"

"Ich bin kein Freund des Kopftuchs und für das, was es steht", hält ein Facebook-Nutzer unter dem Stadtwerke-Post fest. "Wahrscheinlich habe ich das gemeinsam mit vielen Frauen im Iran und Afghanistan etc... Ob eine Frau oder ein Mann fährt, ist mir hingegen völlig egal." "Wenn Deutschland Demokratie vertritt, dann fällt die religiöse Kleidung unter das Recht der Ausübung der Religionsfreiheit", schreibt eine weitere Frau. Jemand anderes entgegnete, dass der Islam dennoch nicht zu Deutschland gehöre. 

Die von den Stadtwerken monierten Äußerungen sind inzwischen nicht mehr im Netz zu finden. "Rassistische, diskriminierende oder entwürdigende Kommentare werden von uns nicht toleriert. Solche Beiträge werden umgehend gelöscht, die entsprechenden Accounts dauerhaft blockiert", erklärt das Unternehmen in einer Antwort auf einen Facebook-Kommentar. "Wir sind stolz auf unsere Kolleginnen und Kollegen, die täglich großartige Arbeit leisten und Bamberg am Laufen halten, unabhängig von Herkunft, Religion oder Kleidung. Danke an alle, die unsere Werte teilen und unterstützen."
 
"Es geht uns um den Respekt im Netz und um einen respektvollen Umgang in der Realität", betont Stadtwerke-Sprecher Jan Giersberg im Gespräch mit inFranken.de. Vor allem hinsichtlich der betroffenen jungen Stadtbusfahrerin äußert er Bedauern. "Sie ist eine sehr zuverlässige und freundliche Auszubildende. Das spiegelt sich auch in den Kommentaren der vielen Fahrgäste wider."
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