In Franken wütet am Montagabend ein Unwetter. Eine denkmalgeschützte Kirche wird beschädigt. Dabei wurde Unersetzliches zerstört.
Am Montagabend (7. September 2026) gegen 18.30 Uhr verursachte das Unwetter in Treuchtlingen im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen zahlreiche Einsätze von Polizei und Feuerwehr. Das teilte die Polizeiinspektion Treuchtlingen mit.
In der Bahnhofsstraße beschädigte der Hagel die historischen Buntglasscheiben der denkmalgeschützten Maria-Himmelfahrt-Kirche, auch Marienkirche oder Juradom genannt. Diese spezifischen Scheiben der Marienkirche hatten sogar den Zweiten Weltkrieg überlebt, wie Stephan Otter, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Treuchtlingen, im Gespräch mit inFranken.de erklärt. Das Unwetter haben sie allerdings nicht mehr überstanden.
Unwetterschäden in Treuchtlingen: "War auch für uns überraschend"
"Komplett zersplittert" hat die Feuerwehr die Scheiben vorgefunden, so Otter. Die Feuerwehr Treuchtlingen sei im Nachgang von den Verantwortlichen der Kirchengemeinde hinzugezogen worden, um das Ausmaß des Schadens vor Ort zu begutachten.
Die zerstörten Buntglasfenster waren die letzten historischen Scheiben, erläutert Otter. Das Unwetter drückte das Glas ein, obwohl sich die Fenster mit den fraglichen Scheiben seitlich an der Kirche befanden. "Das war auch für uns überraschend", so Otter. "Es muss wohl eine Art Windhose über Treuchtlingen gewesen sein."
Das Unwetter sei "sehr konzentriert" gewesen. Nur wenige Kilometer weiter sei wenig bis gar nichts von dem Unwetter zu spüren gewesen. "Punktuell", nennt es auch Marina Stoll, Pressesprecherin der Stadt Treuchtlingen, auf Nachfrage von inFranken.de.
"Es hat ganz schön gehaust bei uns"
Es habe im Nachgang "einige Aufräumaktionen" in der Stadt gegeben, beurteilt Stoll. Auch bei einem städtischen Gebäude sei ein Teil des Dachs beschädigt; in der Altmühltherme Treuchtlingen seien gar Liegestühle herumgeflogen.
"Es hat ganz schön gehaust bei uns", resümiert Otter. "Wir hatten Glück im Unglück." Am Park & Ride-Parkplatz direkt am Treuchtlinger Bahnhof stürzten durch das Unwetter einige große Äste ab, so Otter. Diese begruben mehrere Autos unter sich. Bei einem Baum brach sogar die Krone, klappte aufgrund einer sogenannten Kronensicherung jedoch nur nach unten, anstatt in Gänze zu fallen. Verletzt wurde laut Otter niemand.