"Jetzt kann ich gehen": Ein Ausflug erfüllt einem Franken seinen letzten Wunsch

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Herzenswunsch erfüllt: Neuendettelsauer fährt mit Hospizmobil in die Berge
"Seelisch notwendige Fahrten": Das BRK-Herzenswunsch-Hospizmobil ermöglicht kranken Menschen Fahrten zu ihrem Sehnsuchtsort ...
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Fotos: privat; Collage: inFranken.de
"Jetzt kann ich gehen": Ausflug erfüllt einem Franken seinen letzten Wunsch
"Seelisch notwendige Fahrten": Das BRK-Herzenswunsch-Hospizmobil ermöglicht kranken Menschen Fahrten zu ihrem Sehnsuchtsort ...
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Fotos: privat; Collage: inFranken.de

Über Stock und Stein ging es für einen Senioren mitten in die Bergwelt der Alpen – für ihn ein Ausflug mit enormer Bedeutung. Möglich macht das ein Projekt des BRK.

Einen besonderen Wunsch hat das Team des Herzenswunsch-Hospizmobils BRK Ober-/Mittelfranken Hermann aus Neuendettelsau (Landkreis Ansbach) erfüllt. Für den 94-Jährigen ging es am Sonntag (6. September 2026) noch einmal in die Berge. Für den gebürtigen Südtiroler ein Ort, zu dem er eine besondere Verbindung hat. Bis zu seinem 20. Lebensjahr hat er dort gelebt und gearbeitet, bis er dann nach Mittelfranken gezogen ist.

Seit über 70 Jahren lebt er nun hier, berichtet Johannes Stegmann, Leiter des Projektes, inFranken.de im Gespräch. In Neuendettelsau habe Hermann sogar das Bayerische Rote Kreuz (BRK) mit aufgebaut. Mittlerweile sei er stark pflegebedürftig. Sein letzter Wunsch, so habe seine Enkelin sich geäußert, sei es, noch einmal die Berge zu sehen.

Mit dem Herzenswunschmobil in die Alpen - "Seine Augen haben geleuchtet"

Für Stegmann sei klar gewesen: Das soll möglich gemacht werden. Südtirol selbst sei zwar zu weit weg gewesen, in der Familie sei man sich aber einig gewesen: "Berge haben keine Nationalität." Also ging es am 6. September 2026 für Hermann mitsamt Kindern, Enkeln und Urenkeln los in Richtung Oberstdorf. Vorbei an Bergwiesen, einem Wasserfall und weidenden Kühen fuhr das Herzenswunsch-Hospizmobil, ausgestattet mit allem, was für einen medizinischen Transport notwendig ist, bis ins Oytal und in Richtung Käseralpe. Im August haben wir bereits über eine weitere Fahrt des Projektes berichtet. Eine krebskranke Fränkin konnte dadurch einen Ausflug zum Brombachsee erleben.

"Der Weg war schon herausfordernd", sagt Stegmann. Über Schotter ging es in Schrittgeschwindigkeit entlang der Serpentinen den Berg hoch. Doch das schien sich gelohnt zu haben. "Seine Augen haben geleuchtet", freut sich der Projektleiter. Auf einer Trage sitzend konnte Hermann den Anblick der Bergwelt, den Bach und die Kühe auf sich wirken lassen. Mithilfe eines geländegängigen Rollstuhls haben das Team und Hermanns Familie den 94-Jährigen "über Stock und Stein noch weiter in die Natur gefahren."

"Er war durch den Eindruck der Berge in einer ganz anderen Verfassung, hat aus seiner Jugend erzählt und wie er die Berge als junger Mensch erlebt hat", erzählt Johannes Stegmann. Diese "vitalisierende Wirkung" beobachte er bei den Gästen auf den Fahrten des Herzenswunsch-Hospizmobils häufig. Bei dieser Fahrt mit dem Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) nach Bayern hatte ein Zwischenstopp in Franken eine außergewöhnliche Bedeutung.

"Erlebnis, an dem das Herz hängt" – Projekt des BRK erfüllt Wünsche

Eine Stärkung erhielt die Gruppe aus der Käseralpe ein. "Ich will euch danken", sagte Hermann dem Projektleiter zufolge. "Heute sehe ich die Berge zum letzten Mal. Jetzt kann ich gehen." Diese Äußerung habe niemanden schockiert oder traurig gemacht, schildert Stegmann. Vielmehr habe sich die Familie des 94-Jährigen gefreut, dass er diesen für ihn bedeutungsvollen Ausflug erleben konnte. "Wir können keinen Tag mehr geben. Aber wir können ein Erlebnis möglich machen, an dem das Herz hängt."

Das Projekt "Herzenswunsch-Hospizmobil" ist gänzlich spendenfinanziert. Die Helfer arbeiten ehrenamtlich. Trotzdem sagt Johannes Stegmann: "Für uns ist das nur der zeitliche Aufwand und der Sprit – mehr ist es ja nicht." Mit ein bisschen Aufwand könne man fast alles möglich machen, sofern die Ausflüge nach Absprache mit dem Arzt des Gastes umsetzbar seien. "Kein Weg ist zu weit und kein Winkel zu entlegen." Außerdem betont er, dass die Fahrten kostenfrei sind. Von den Familien werde ausdrücklich keine Spende erwartet. Im August haben wir zudem über einen Mann berichtet, der mithilfe eines Wünschewagen-Teams aus Franken Abschied von seiner Heimat genommen hat.

"Ich freue mich auf jede Fahrt", sagt Stegmann zum Abschluss. Das Engagement beim Herzenswunsch-Hospizmobil sei für ihn etwas Wichtiges und Sinngebendes. Nach so einem Tag gehe auch er selbst "müde und zufrieden" ins Bett. "Es sind keine medizinisch notwendigen Fahrten – aber ich würde sagen: Es sind seelisch notwendige Fahrten."