Da hat sich der Aufwand gelohnt: Durch ein kleines Flohmarkt-Upgrade des Verkäufers wurde sein DDR-Schmuck zum "Bares für Rares"-Erfolg.
In der Montagsfolge der Trödelshow "Bares für Rares" sorgten Eberhard und Daniela aus Strausberg mit ihren Geschichten für beste Unterhaltung und brachten Horst Lichter sogar zum Tanzen. Mit im Gepäck: eine ungewöhnliche "Mistkäfer-Brosche", die einst in der DDR eingeschmolzen werden sollte, später jedoch vom Verkäufer "aufgewertet" wurde.
Lichter zeigte sich besonders angetan vom Hobby des Paares: Die beiden tanzten Discofox, Standard- und Latein-Tänze. "Toll", staunte Lichter und konnte auch selbst nicht still halten. Schließlich wolle er "Boogie Woogie richtig lernen" und legte so spontan eine kleine Kostprobe ein. Über seine Darbietung lachte er schließlich selbst: "Ich find's geil".
Doch zurück zur "Mistkäfer-Brosche": In den 1970er Jahren, als der Verkäufer "im heiratsfähigen Alter" war, sammelte seine Mutter Schmuck, um daraus einen Ehering für ihren Sohn anfertigen zu lassen. "Denn damals musste man in der DDR Gold abgeben, um vernünftige Ringe zu bekommen", erklärte er.
Der Schmuck "stammte von einer Freundin meiner Mutter aus West-Berlin", erinnerte sich Eberhard, "und war am Ende einfach zu schade zum Einschmelzen". Heide Rezepa-Zabel zeigte dafür Verständnis, auch wenn der Mittelstein offenbar nicht original war. "Ach ja", ergänzte der Verkäufer schmunzelnd: "Den habe ich auf dem Flohmarkt entdeckt."
Verkäufer legte bei "Bares für Rares"-Schmuckstück selbst Hand an
Da der dritte Panzer fehlte, galt das Stück als defekt und wurde deshalb auch seiner Mutter zum Einschmelzen übergeben. Weil der Flohmarkt-Stein jedoch laut Eberhard perfekt passte, setzte er ihn kurzerhand selbst ein. "So sieht es auch aus", kommentierte die Expertin lachend, während Lichter augenzwinkernd ergänzte: "Tolle Arbeit."
Unter dem Licht ihrer UV-Lampe brachte die Expertin die Flügeldecken der Mistkäfer zum Leuchten: ein "schönes, schillerndes Grün". Skarabäen galten bereits seit dem Alten Ägypten als bedeutungsvolle Symbole und fanden sich häufig auf Amuletten und Schmuckstücken als Glücksbringer und Begleiter, sogar über den Tod hinaus in Grabbeigaben.
Besonders in der Kolonialzeit fanden solche naturalistischen Materialien häufig Verwendung in Schmuckstücken, erklärte die Expertin. "In diese Epoche würde ich die Brosche auch datieren, etwa zwischen 1880 und 1910." Auch die Schlichtheit der Stabbrosche aus 585er Gold entspreche ganz dem damaligen Zeitgeschmack laut Rezepa-Zabel.