ARD stellt nach rund 30 Jahren die Schlagersendung "Immer wieder sonntags" ein. Zuschauer bedauern jetzt den Wegbruch eines "Stückes Tradition".
Nach dreißig Jahren endet eine Ära: Die ARD beendet die bekannte Schlagersendung "Immer wieder sonntags". Wie der SWR in Baden-Baden bestätigte, werden in diesem Jahr die letzten 13 Live-Sendungen produziert. Die Moderation übernimmt noch einmal Stefan Mross (50) aus Traunstein. "Immer wieder sonntags" gehört seit Jahren zu den populärsten Volksmusik-Sendungen in Deutschland und begeisterte regelmäßig ein Millionenpublikum. Der Sender erklärte, die Einstellung sei auf Sparmaßnahmen zurückzuführen.
Die eingesparten Mittel sollen künftig in die Entwicklung neuer digitaler Unterhaltungsformate fließen. Außerdem planen ARD und SWR eine stärkere Ausrichtung auf ein jüngeres Publikum. Die letzten Live‑Ausgaben sind als etwa zweistündige Shows vorgesehen - mit einem Auftakt am 31. Mai und dem Finale am 6. September. Ein Nachfolgeformat ist nach aktuellem Stand nicht geplant. Damit endet eine der langlebigsten Musiksendungen im deutschen Fernsehen.
"Kann nicht ein anderer Sender übernehmen?": Fan richtet sich an Private
Unter einem Instagram-Post von Stefan Mross vom 17. März teilen viele Fans ihre Bestürzung mit: "Traurig, dass die Öffentlichen deine 'Immer wieder sonntags'-Sendung einstellen. Hier sparen die an der falschen Stelle. Ein Stück Tradition bricht weg", lautet ein Kommentar. Ein Mann schreibt: "War meine Lieblingssendung. Kann nicht ein anderer Sender übernehmen?" Dabei denkt er unter anderem an die Privatsender RTL und Sat.1.
Eine Frau sinniert: "Bin gespannt, wie lange noch Andy Borg und Florian noch bleiben ... wozu soll man noch Fernsehgebühren zahlen??" Selbst der SWR-Programmdirektor Clemens Bratzler bezeichnete die Entscheidung in einer Mitteilung als "schmerzhaft". Sie sei sorgfältig abgewogen worden und dem Sender "angesichts des großen Erfolgs" nicht leichtgefallen. "Die wirtschaftliche Situation des SWR lässt uns aber keine andere Wahl."
Die Sendung wurde viele Jahre lang in einer Freiluft-Arena im Europa-Park produziert. Die Geschäftsführung des Parks zeigte sich geknickt über die Entscheidung: "Wir bedauern sehr, dass eine so traditionsreiche und beim Publikum außerordentlich beliebte Sendung ab 2027 nicht mehr weitergeführt werden soll", sagte Inhaber Roland Mack.
Strafbefehl für Stefan Mross sorgte für kurzzeitiges Beben
Die Sendung habe über viele Jahre hinweg eine treue Fangemeinde aufgebaut. Seit 2005 moderiert der Oberbayer Mross die Sendung. Im vergangenen Jahr schauten die zwölf Live-Ausgaben im Ersten im Schnitt 1,26 Millionen Menschen, die Sendung erreichte einen durchschnittlichen Marktanteil von rund 17 Prozent. Das ZDF sendet mit dem "Fernsehgarten" an Sonntagen zur warmen Jahreszeit ein ähnliches Format - ebenfalls live, unter freiem Himmel und mit Schlagermusik. Seit 40 Jahren gibt es die Sendung, in diesem Jahr sind 20 Ausgaben geplant.
Die Show mit Moderatorin Andrea Kiewel (60) sahen im vergangenen Jahr nach ZDF-Angaben durchschnittlich 1,686 Millionen Menschen, bei einem Marktanteil von im Schnitt rund 18 Prozent. Zwischen Mross und SWR knirschte es immer wieder. Die Zusammenarbeit mit der ARD verlief in den vergangenen Jahren nicht immer reibungslos.