Für die Oberfränkin Janina Fuchs geht ein Kindheitstraum in Erfüllung. Die 31-Jährige darf dieses Jahr erstmals bei "Fastnacht in Franken" auf der großen Bühne stehen.
Die Proben laufen, bei den Beteiligten kribbelt es gewaltig: Es sind nur noch wenige Tage bis zur "Fastnacht in Franken" mit rotem Teppich für die Prominenz und frotzelnden Künstlern auf der Bühne in Veitshöchheim bei Würzburg.
Mit der Lehrerin Janina Fuchs vom Verein "Närrische Siedler Lichteneiche" aus Forchheim bekommt die Bütt heuer pädagogisches Flair. Die Teilnahme blieb bis kurz vor der Ausstrahlung streng vertraulich. "Es war richtig Stress, dass es niemand wissen durfte", erklärte Janina Fuchs im Gespräch mit dem Fränkischen Tag (Plus). Nur der Schulleiter der Mittelschule Hirschaid wurde eingeweiht und stellte für Donnerstag sowie den Tag der Sendung eine offizielle Dienstbefreiung aus.
Premiere für 31-Jährige aus Oberfranken
Die 31-Jährige ist nach Angaben des Bayerischen Rundfunks (BR) als "Gaafergoschn" ein Fastnachtsgewächs und tanzte früher in einer Garde. Die Pädagogin aus Oberfranken wird erstmals in der beliebtesten Sendung im Bayerischen Fernsehen zu sehen sein - an diesem Freitag von 19 Uhr an. "Sie war noch nie im Fernsehen", sagte BR-Redakteur Rüdiger Baumann, und auch Fastnachtsurgesteine wie Michl Müller, Ines Procter, Matthias Walz oder Sebastian Reich kenne sie bisher nicht persönlich.
Schon als Kind brachte Janina Fuchs Schwung in Familienfeste. Gemeinsam mit ihrer Großmutter führte sie Sketche von "Waltraud und Mariechen" auf – ein fester Bestandteil jeder Feier. Auch die berühmte "Fastnacht in Franken" war das ganze Jahr präsent. "Die Auftritte der Musikgruppe 'Parodis' habe sie auf VHS-Kassetten aufgezeichnet, immer wieder abgespielt und dazu in bunten Kleidern getanzt", heißt es beim BR. In ihrer großen Verkleidungskiste fand sich stets das passende Outfit, um das bunte Treiben in Veitshöchheim nachzuspielen. Und jetzt darf sie in Veitshöchheim selbst auf der Bühne stehen.
Vor rund zwölf Jahren kam Fuchs eher zufällig auf die Fastnachts-Bühne, wie der 1. Präsident ihres Forchheimer Vereins "Die Närrischen Siedler" dem BR weiter berichtet. "Wir sind noch ein recht junger Verein und hatten damals, in der Saison 2013/2014, Probleme, unser Programm zu füllen. Und nun sind wir megastolz, dass Janina in Veitshöchheim auftritt. Sie sei eine, die kein Blatt vor den Mund nimmt. Ihre Bütt ist immer einer der Höhepunkte unserer Sitzungen."
Millionen am Bildschirm
Die "Fastnacht in Franken" wird live aus dem kleinen Ort nahe Würzburg übertragen. Es ist nach BR-Angaben die erfolgreichste Sendung aller dritten Programme. Knapp drei Millionen Menschen verfolgten die Show im BR-Fernsehen im vergangenen Jahr, davon rund 1,9 Millionen aus Bayern.
Zum 30. Mal dabei sind heuer die schrulligen Witwen "Waltraud und Mariechen" - dargestellt von den Kabarettisten Martin Rassau und Volker Heißmann aus Fürth. Als Schreck der Politiker im Saal, die vielfach persönlich von den flotten Fegern angesprochen und durch den Kakao gezogen werden, zählen sie zu den Publikumslieblingen. "Die Witwen sind gut drauf, haben den Medizincheck bestanden und das Go von den Ärzten, dass sie wieder in Veitshöchheim dabei sein dürfen", spöttelte Heißmann wenige Tage vor der Sendung.