Christoph Maria Herbst wird 60 – und blickt gelassen auf sein Alter. Wie er heute auf seine Paraderolle blickt und was er sich zum Geburtstag gönnt.
Es ist die Rolle seines Lebens: Als Christoph Maria Herbst im Jahr 2004 erstmals Bernd Stromberg spielt, kann er nicht ahnen, wie sehr der Alptraum-Chef (Abteilungsleiter der Schadensregulierung M-Z bei der Capitol-Versicherung) seine Karriere verändern wird. Am Montag (9.2.) wird Herbst 60 Jahre alt.
«Zahlen sind für mich Schall und Rauch. Es passierte schon nichts, als ich 40 wurde. Ich fand schon 30 nicht schlimm. Ich dachte auch nicht mit 50: "Oh Gott, jetzt geht die Welt unter", sagte Herbst der Deutschen Presse-Agentur in Köln.
Mit dem Fernsehen kommen die Preise
Der in Wuppertal geborene Schauspieler gründet schon in jungen Jahren ein Theater in seiner Heimatstadt mit, ist in der Kirche aktiv und absolviert eine Bankausbildung.
Dann rufen mehrere Theater-Engagements - und das Fernsehen. An der Seite von Anke Engelke bekommt er für «Lady Kracher» 2002 den Deutschen Comedypreis, mit «Stromberg» vier Jahre später auch einen Grimme-Preis.
«Ich spürte schon den Stromberg-Stempel. So etwas ist Fluch und Segen zugleich – das ist eine Serie immer. Und hinzu kam, dass es so eine markante Figur war», sagte Herbst vor einigen Monaten der dpa. «Ich bin aber auch der Meinung, dass ich Stromberg viel zu verdanken habe. Er mir allerdings auch. Es ist ein Geben und Nehmen zwischen uns beiden.»
Komische und ernste Rollen
Neben Komödien wie «Der WiXXer», «Der Vorname» oder zuletzt «Extrawurst» fühlt sich der Schauspieler und Komiker auch in ernsten Rollen wohl, etwa in «Der Buchspazierer» oder «Contra». Ende 2025 schlüpft Herbst nach über zehn Jahren für einen Kinofilm erneut in seine Paraderolle als Ekelchef mit Halbglatze und Klobrillenbart.
Mit dem Altern habe er keine Probleme, aber: «Was mich ein bisschen anweht, ist natürlich die Tatsache, dass jetzt rein statistisch mein letztes Lebensviertel beginnt. Und das finde ich einen sehr interessanten Gedanken. Aber der sorgt jetzt nicht dafür, dass ich den Kopf in den Sand stecke.»