Das Playmobil-Aus in Dietenhofen ist nicht nur für die rund 350 betroffenen Angestellten ein Schock. Auch der Bürgermeister der fränkischen Gemeinde zeigt sich gegenüber inFranken.de bestürzt.
Der bekannte fränkische Spielwarenhersteller Playmobil stellt seine Produktion in Dietenhofen im Landkreis Ansbach ein. Bis spätestens Ende Juni 2026 soll die Fertigung der berühmten Figuren auf andere Werke im bestehenden Produktionsnetzwerk verlagert werden. Grund für das Aus vor Ort sind laut Unternehmensangaben gestiegene Fertigungskosten und der Versuch, die Wettbewerbsfähigkeit der Marke langfristig zu sichern.
Nach Angaben der Horst Brandstätter Group sind von den Veränderungen am Standort Dietenhofen rund 350 Beschäftigte betroffen. Wie Dietenhofens Bürgermeister Rainer Erdel (FDP) am Mittwoch (11. Februar 2026) auf Nachfrage von inFranken.de mitteilt, sei die bevorstehende Standortschließung aber nicht nur deshalb ein herber Schlag für die mittelfränkische Kleinstadt. Auch ihn habe die Entscheidung gleichermaßen überrascht und schockiert. Knapp eine Woche nach der Verkündung ist ihm das noch immer deutlich anzumerken.
Playmobil schließt Produktionsstandort Dietenhofen: Bürgermeister geschockt - "wie wenn ein Familienmitglied stirbt"
"Ich denke, Sie können sich vorstellen, dass uns die Entscheidung der Firmenleitung den Standort Dietenhofen für das Werk Playmobil zu schließen, genauso getroffen hat, wie viele der dort Beschäftigten", erklärt Rainer Erdel gegenüber inFranken.de. "Auch wir waren überrascht über diese Entscheidung und haben bereits die Entwicklungen der letzten Jahre mit Sorge beobachtet", so der Bürgermeister. "Leider haben sich unsere schlimmsten Befürchtungen nun äußerst schnell und sehr umfassend bestätigt", zeigt er sich ernüchtert. Denn "nach Jahrzehnten" werde Playmobil seinen Produktionsstandort in Dietenhofen bis Ende Juni dichtmachen.
"Für mich ist das so, wie wenn ein Familienmitglied plötzlich stirbt", hält Bürgermeister Rainer Erdel fest. "Man ist fassungslos, wünscht sich die gute Vergangenheit zurück und denkt an die guten Zeiten", gibt er einen Einblick in seine aktuelle Gefühlswelt. Lähmen lassen wolle er sich von dieser Trauer jedoch nicht. "Es ist so, wie es ist und jeder, der in seiner Familie schon mal überraschend und plötzlich ein tragendes Familienmitglied verloren hat, wird verstehen, dass es nun gilt den Blick nach vorne zu werfen und an einer positiven Entwicklung mitzuwirken", so Erdel. Wie er betont, habe ihn kein Thema in den letzten Tagen stärker beschäftigt, als die Situation der betroffenen Belegschaft.
"Ich bin mir völlig im Klaren, dass viele Mitarbeiter extreme Sorgen haben und sicherlich auch verärgert sind", so der Bürgermeister. Insofern könne er ihren Schmerz voll und ganz nachvollziehen. Nach mehreren Gesprächen, die Erdel in den letzten Tagen geführt habe, sei es nun das Ziel, "für die betroffenen Angestellten möglichst schnell Alternativen zu entwickeln, um neue oder andere Arbeitsplätze aufzubauen oder anbieten zu können". Daran werde bereits mit "Hochdruck" gearbeitet. Bereits am Montag (9. Februar 2026) hatte auch die Horst Brandstätter Group angekündigt, die betroffenen Mitarbeiter mit einem besonderen Angebot bei der "Neuorientierung" unterstützen zu wollen.
Wenn ein Unternehmen die Chance hat im Ausland günstiger zu produzieren, oder hier an Energiekosten und Extremlöhnen zu ersticken, bleibt nur eine Wahl übrig. Und immer schön Ross und Reiter nennen: "andere Unternehmensstandorte" sind bekanntlich Malta, Spanien und Tschechien. Könnte man ja auch seitens der Berichterstattung im Klartext nennen.
JGMeman
@martin13: "Altparteien" ist auch so ein grenzrechter Kampfbegriff.
Scheint als hätten die Sockenpuppen den Kommunalwahl-Weckruf bekommen. Hier, beim BR und selbst bei der SZ.
martin13
Bei einer solchen Politik ist dies noch nicht der letzte Betrieb. Immer weiter die Altparteien wählen.
Federwolke
Die Vorstände, Manager und Geschäftsführung der produzierenden Unternehmen treffen die Entscheidung Standorte zu schließen oder neu zu errichten. Die Politik hat hier keinen Einfluss. Jede Führungskraft muss die Verantwortung für selbst getroffene Entscheidungen selbst tragen und kann diese nicht einfach zu jemand anderem schieben.
Bamberger1961
Der „bekannte Philosoph und Kinderbuchautor“, hätte vermutlich trocken kommentiert, dass weniger Berufsverkehr gut für die Umwelt sei.
Wenn ein Unternehmen die Chance hat im Ausland günstiger zu produzieren, oder hier an Energiekosten und Extremlöhnen zu ersticken, bleibt nur eine Wahl übrig. Und immer schön Ross und Reiter nennen: "andere Unternehmensstandorte" sind bekanntlich Malta, Spanien und Tschechien.
Könnte man ja auch seitens der Berichterstattung im Klartext nennen.
@martin13: "Altparteien" ist auch so ein grenzrechter Kampfbegriff.
Scheint als hätten die Sockenpuppen den Kommunalwahl-Weckruf bekommen. Hier, beim BR und selbst bei der SZ.
Bei einer solchen Politik ist dies noch nicht der letzte Betrieb. Immer weiter die Altparteien wählen.
Die Vorstände, Manager und Geschäftsführung der produzierenden Unternehmen treffen die Entscheidung Standorte zu schließen oder neu zu errichten. Die Politik hat hier keinen Einfluss. Jede Führungskraft muss die Verantwortung für selbst getroffene Entscheidungen selbst tragen und kann diese nicht einfach zu jemand anderem schieben.
Der „bekannte Philosoph und Kinderbuchautor“, hätte vermutlich trocken kommentiert, dass weniger Berufsverkehr gut für die Umwelt sei.