Statt Champagner befindet sich in einem Lokal in Weiden die Droge MDMA in einer Flasche. Ein Mann stirbt, weitere Gäste werden lebensgefährlich verletzt. Der Prozess gestaltet sich schwierig.
Auf welchem Weg ist eine mit Drogen anstelle von Champagner gefüllte Flasche in ein Lokal in der Oberpfalz gelangt? Im Verfahren vor dem Landgericht Weiden ist ein Zollbeamter zu den Ermittlungen bezüglich der Herkunft der Flasche befragt worden. Demnach stammte die Flasche aus einem Lager in den Niederlanden.
Im Februar 2022 hatte eine Gruppe in einem Lokal in Weiden gefeiert und Champagner bestellt. Stattdessen wurde ihnen die flüssige, hochgiftige Droge MDMA serviert. Dass die Flasche manipuliert war, war den Ermittlern zufolge optisch nicht zu erkennen. Ein Mann starb. Sieben weitere Gäste, die ebenfalls aus der Flasche tranken, wurden teils lebensgefährlich verletzt.
Angeklagter soll Flaschen gelagert haben
Angeklagt ist ein 46-jähriger Niederländer, der nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft die manipulierten Flaschen in einem Abteil des Lagerhauses eingelagert haben soll. Ihm werden fahrlässige Tötung und bandenmäßiger Drogenhandel zur Last gelegt.
In den Verkauf sollen die Flaschen jedoch nicht durch den Angeklagten, sondern über den damaligen Betreiber des Lagerhauses gelangt sein. Dieser soll laut Anklage 2019 mehrere Flaschen aus dem Abteil entnommen und im Internet verkauft haben - nicht wissend, dass sie mit MDMA gefüllt waren. Zu den Fragen in dem Verfahren gehört, wer in dem Lagerhaus tatsächlich welchen Abteil angemietet hatte.
Die Verteidiger hatten zu Prozessbeginn die Anschuldigungen gegen ihren Mandanten zurückgewiesen. Der Anklage nach soll er Mitglied einer Gruppe sein, die in großen Mengen MDMA - bekannt als Wirkstoff der Droge Ecstasy - produziert haben soll, um es national und international zu verkaufen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Champagnerflaschen von Drogenhändlern zur Tarnung verwendet wurden.
Wie wir künstliche Intelligenz einsetzen
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