Der "Graf", Sänger der Band Unheilig, empfand sein Stottern als große Belastung: "Meine Eltern waren mit mir beim Arzt und bei Psychologen ... Es half nicht viel", erinnerte er sich im Interview. "Ich wuchs mit dem Glauben auf, dass mit mir etwas nicht stimmt. Dann fing ich an zu zeichnen, Sport zu treiben, und vor allem die Musik gab mir zum ersten Mal Mut und Kraft."
Auch Ed Sheeran geht sehr offen damit um, dass er einst stotterte: Er hielt 2015 sogar eine Rede bei einer Gala des "American Institute for Stuttering". Dort betonte er, wie wichtig es sei, sich als Person nicht auf die Störung reduzieren zu lassen. Und dass man sie überwinden könne: Ihm half, dass er Texte von Rapper Eminem auswendig lernte.
Mit dem Stotter-Hit "Scatman (Ski-Ba-Bop-Ba-Dop-Bop)" legte Scatman John 1995 den Sommerhit des Jahres hin. Auch dem 1999 verstorbenen Sänger half die Entdeckung der Musik und des Klavierspiels: Mit ihrer Hilfe legte er das Stottern, unter dem er in seiner Kindheit litt, schließlich ab.
Der berühmteste Stotterer der Gegenwart ist ein Ex-US-Präsident
Dass König George IV. von England unter massivem Stottern litt, wurde spätestens 2011 mit dem oscarprämierten Film "The King's Speech" bekannt. Colin Firth (Szene mit Helena Bonham Carter) erhielt für die Darstellung des stotternden Königs einen Oscar als bester Hauptdarsteller. Auch Fürst Albert II. von Monaco neigte als junger Mann zum Stottern. Allerdings nicht in Englisch, der Sprache seiner Mutter Grace Kelly, sondern nur auf Französisch, der Sprache des Vaters Rainier III., unter dessen strengem Regiment er angeblich litt.
Dass Stottern nichts über sprachliches Talent aussagt, beweist der Autor von "Alice im Wunderland", Lewis Carroll. Und auch zwei der berühmtesten Wissenschaftler aller Zeiten litten unter der Sprachstörung: Der Naturforscher und Begründer der Evolutionstheorie Charles Darwin soll gestottert haben, genauso wie der englische Forscher, Mathematiker und Philosoph Isaac Newton.
Der vielleicht berühmteste Stotterer der Gegenwart ist aber Ex-US-Präsident Joe Biden. Mittlerweile steht der Demokrat dazu, doch das war nicht immer so: "Es war mir peinlich, ich wollte nicht damit identifiziert werden, Stotterer gewesen zu sein", verriet er, als ihm angeboten wurde, Ehrenvorsitzender des "American Institute of Stuttering" zu werden.