Peggy Lukac gehört heute zu den beliebtesten Gesichtern des deutschen Fernsehens. Ihr Weg von New York über Berliner Theaterbühnen bis zur beliebten Serienfigur Karin Heiland war aber von Brüchen und existenziellen Krisen gezeichnet.
Peggy Lukac ist seit vielen Jahren fester Bestandteil der deutschen Fernsehlandschaft: In der ARD-Serie "Die Heiland - Wir sind Anwalt" spielt sie seit 2018 die Mutter der Anwältin Romy Heiland und sorgt mit ihrer Figur immer wieder für irre Wendungen. Auch Lukacs eigener Lebensweg ist von zahlreichen Veränderungen und neuen Anfängen bestimmt.
Geboren wurde Peggy Lukac 1949 in New York. Schon früh zog sie mit ihrer Familie nach Europa. Mit sechs Jahren kam sie nach Wien, wuchs zeitweise bei ihrer Großmutter auf und legte ihr Abitur in Linz ab. Danach lebte sie in London. 1972 ließ sie sich in Berlin nieder. Dort engagierte sie sich als Mitbegründerin der Theatermanufaktur Berlin und stand viele Jahre auf Berliner Bühnen. Am Schillertheater lernte sie den Beleuchter Gustav kennen, der später ihr Mann wurde. Gemeinsam hat das Paar zwei Söhne, die 1981 und 1991 geboren wurden.
Peggy Lukac über ihre Brustkrebsdiagnose: "Das war wie ein Bruch in meinem Leben"
In den 1980er-Jahren begann Lukac verstärkt für Film und Fernsehen zu arbeiten. Nach der Geburt ihres zweiten Sohnes folgten regelmäßige Dreharbeiten. Sie spielte in Serien wie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten", "Für alle Fälle Stefanie", "Bella Block", "Tatort" und "Unser Charly". Eine prägende Rolle übernahm sie in "Hinter Gittern - Der Frauenknast", wo sie zehn Folgen lang die Schließerin Irene spielte. Danach erhielt sie zahlreiche weitere Angebote und drehte zeitweise mehrere Produktionen pro Jahr.
2010 wurde bei ihr Brustkrebs diagnostiziert. "Das war wie ein Bruch in meinem Leben", sagte sie 2014 in einem Interview mit der "B.Z.". In dieser Phase wandte sie sich wieder dem Handwerk zu, das sie aus ihrer Theaterzeit kannte. "Im Theater haben wir früher alles selbst gemacht, auch die Kostüme. Ich habe immer eine Affinität zu Stoffen gehabt", erklärte Lukac. 2012 eröffnete sie einen eigenen Laden, für den sie Stoffe zu Kimonos, Schals, Kleidern, Hemden und Jacken verarbeitete.
Neben der Schauspielerei führt sie ein eigenes Design-Label
Als sie 2013 bei "Rote Rosen" einstieg, ruhte das Geschäft. Nach ihrem Abschied 2016 eröffnete sie unter dem Label "Peggy Lukac Design" erneut einen Laden mit Stoffen aus verschiedenen Kulturen. Parallel blieb sie dem Fernsehen treu. In der SAT.1-Sketchcomedy "Knallerfrauen" wirkte sie mit, die Sendung wurde mit dem Deutschen Fernsehpreis und dem Deutschen Comedypreis ausgezeichnet.
2017 kehrte die Krankheit zurück: "Ich habe das gelassen gesehen", erklärte sie der "Bunten": "Der Krebs saß direkt unter der Brustwarze, deswegen wurde sie mit dem bösartigen Gewebe entfernt, was mir in meinem Alter relativ egal war - und meinem Mann auch." Er war es auch, der ihr in dieser Lebenskrise am meisten half: "Mein Mann war die ganze Zeit an meiner Seite, hat sich um mich gekümmert, mir Mut zugesprochen und absolut keinen Zweifel aufkommen lassen, dass ich den Krebs besiege. Seine Liebe hat mich durch die dunkelsten Tage getragen."