David Gilmour ist nicht nur ein brillanter Gitarrenspieler, sondern auch ein leidenschaftlicher Gitarrensammler. Dennoch verkaufte die Pink-Floyd-Legende vor einigen Jahren die meisten seiner Instrumente. Warum eigentlich?
Mit der englischen Rockband Pink Floyd schrieb David Gilmour Musikgeschichte, aber auch als Gitarrist machte er sich einen großen Namen. Die Töne, die er seinen Instrumenten entlockte, sind unverwechselbar und prägten den Sound von Pink Floyd maßgeblich. Doch Gilmour, der am 6. März seinen 80. Geburtstag feiert, ist nicht nur ein begnadeter Gitarren-Spieler, sondern auch ein leidenschaftlicher Gitarren-Sammler. Trotzdem trennte er sich vor eigenen Jahren von den meisten seiner Instrumente, indem er sie verkaufte. Warum nur?
Einem guten Zweck war das geschuldet. Gilmour ließ den größten Teil seiner umfangreichen Sammlung, insgesamt 126 akustische und E-Gitarren, im Juni 2019 zugunsten der Klimaschutzorganisation Client Earth versteigern. "Der Klimawandel ist die größte Herausforderung, der die Menschheit gegenüberstehen wird", sagte der Musiker damals in einer Stellungnahme. "Wir brauchen eine zivilisierte Welt, die für all unsere Enkelkinder und darüber hinaus Bestand hat, und in der diese Gitarren gespielt und Lieder gesungen werden können."
Die Summe, über die sich Client Earth freuen durfte, war mehr als beachtlich. Gilmores Gitarren erzielten beim Auktionshaus Christie's im Rockefeller Center in New York eine Rekordsumme. Insgesamt 21,5 Millionen US-Dollar waren zusammengekommen, womit der Rekordhalter bis dato, Eric Clapton, auf den zweiten Platz verwiesen wurde. Mr. Slowhand, auch er bekanntlich eine Koryphäe des Gitarrenspiels, war seine Sammlung bei zwei separaten Versteigerungen, 1999 und 2004, für 12,5 Millionen Dollar losgeworden.
Von einigen Gitarren würde sich Gilmour niemals trennen
So manche Perle in Gilmour Sammlung trieb den Gesamterlös auf das Rekordniveau. Teuerstes Stück wurde die "Black Strat" genannte Black Fender Stratocaster von 1969, die für 3,9 Millionen Dollar an den Höchstbietenden ging, den 2025 verstorbenen US-Unternehmer und Gitarrensammler Jim Irsay, wie sich später herausstellte. Nach Angaben des Auktionshauses wurde die "Black Strat" damit zur teuersten je versteigerten Gitarre. Gilmour benutzte sie unter anderem bei Aufnahmen der Pink-Floyd-Platten "The Dark Side Of The Moon" (1973) und "The Wall" (1979).
Viele Gitarren erzielten einen Erlös weit über den Schätzpreis. So auch die White Fender Stratocaster, ein weiteres Highlight aus der Sammlung. Die E-Gitarre von 1954, die Gilmour unter anderem bei "Another Brick in the Wall" spielte, war auf maximal 150.000 Dollar taxiert worden, wechselte dann aber für mehr als 1,8 Millionen den Besitzer. Oder die Akustikgitarre Martin D-35, die in den Liedern "Wish You Were Here" (1975) oder "Shine on You Crazy Diamond" (1975) zu hören ist: statt höchstens 20.000 Dollar wurden es am Ende mehr als eine Million - laut Christie's Rekord für eine C.F. Martin.
Alles Gitarren-Perlen, von denen sich Gilmour trennte, scheinbar ohne mit der Wimper zu zucken. Seine Gitarren seien kaum mehr als "Werkzeuge" seines "Handwerks", sagte er dem "Guitar Player". Einiges ließe sich dazu sagen. Etwa, dass Gilmour hier bescheiden tief stapelte. Etwas mehr als ein Musikhandwerker ist er denn doch. Und: So ganz unsentimental blickte er nicht auf seine Gitarren. In seiner Sammlung befanden sich auch einige Stücke, von denen würde er sich nie trennen, sagte er. Etwa von seiner Gretsch Duo Jet. Oder der Martin D-18 aus dem Jahr 1945. Schade eigentlich, wie viel Geld sie bei einer Auktion einbringen würden.
Quelle: teleschau – der mediendienst