Mit der Rolle des Kriminalinspektors Ernst Stockinger in "Kommissar Rex" hatte Karl Markovics seinen großen Durchbruch. Nun wird die Kultserie gleichnamig fortgesetzt - ohne Markovics. Was wurde aus dem österreichischen Schauspieler?
Das Gesicht ist das künstlerische Kapital von Karl Markovics. Es bildet die nötige Voraussetzung für die Charakterköpfe, wie man die Figuren auf Leinwand und Bildschirm gerne nennt und mit ihnen deren Darstellerinnen und Darsteller, die dem Schönheitsideal nicht entsprechen, sondern in deren Äußerem sich das Innere, eben der Charakter, spiegelt. Auf persönlicher Ebene habe er mit seinem Charakterkopf lange gehadert, erklärte Markovics 2008 in einem Interview mit dem Portal "Profil". Das habe ihm durchaus "eine Zeit lang" zugesetzt, bevor er schließlich den großen Vorteil seines Aussehens erkannt hätte. "Irgendwann", so fügte er hinzu, habe er verstanden, dass er sich "genau damit von anderen abhebe".
Das meint auch seine Stellung als Schauspieler. Vor allem auf die Bühne passte Markovics' Erscheinung wie die Faust aufs Auge. "Was ich vom Theater will, deckt sich sehr gut mit meinem Gesicht, das von vornherein nicht die Illusion zulässt, dass man es hier mit einem Menschen zu tun hat, dem schon allein aufgrund seines Äußeren alles leichtfällt."
Leichtgefallen war der Start in den Beruf aber auch ihm nicht. In der Wiener Schauspielschule Max-Reinhardt-Seminar wurde Markovics abgelehnt, seine Karriere konnte der Rückschlag indes nicht verhindern. Markovics begann im Off-Theater zu spielen, bevor sich die ersten Filmrollen einstellten, darunter das Road-Movie "Indien", und er mit der Serie "Kommissar Rex" einem größeren Publikum bekannt wurde.
Karl Markovics nicht in Neuauflage von "Kommissar Rex" dabei
Der grantige Bezirksinspektor Ernst Stockinger in der Kultserie der 1990er-Jahre, der ein Herz für Wurstsemmeln hat und panische Angst vor Hunden - ausgerechnet -, gehört zu den populärsten Rollen Markovics'. Sogar eine eigene Serie bekam der "Stocki", doch über eine Staffel kam "Stockinger" nicht hinaus, Markovics fand es damals zu anstrengend, an beiden Serien gleichzeitig mitzuwirken.
Die ernüchternde Erfahrung ist allerdings nicht der Grund, wieso Markovics in der nun startenden Neuauflage von "Kommissar Rex" nicht dabei ist an der Seite von Rex und Partner, der nun von Maximilian Brückner gespielt wird. Die Serie sei nicht mehr sein Platz, sagte der 62-Jährige im Februar der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Er denke gerne an "Rex" zurück, doch diese Zeit sei vorbei.
Keinesfalls sollte die Absage als Überheblichkeit eines Schauspielers gewertet werden, der mittlerweile eine Größe des Kinos ist und dessen Karriere längst eine internationale ist. Markovics wollte seit je her Schauspieler werden und er wusste immer, dass er einer war, sagte er dem "Profil". "Das Medium, ob nun Theater oder Film" sei ihm stets "egal" gewesen.
Eine internationale Karriere hat Markovics seit dem Erfolg des KZ-Dramas "Die Fälscher", das 2008 für Österreich den Oscar als bester fremdsprachiger Film holte. Seither schnupperte der österreichische Schauspieler immer wieder auch Hollywood-Luft. 2011 war er an der Seite von Liam Neeson in "Unknown Identity" zu sehen, drei Jahre später holte ihn Wes Anderson für das Meisterstück "Grand Budapest Hotel" vor die Kamera, und Terrence Malick besetzte ihn im NS-Drama "Ein verborgenes Leben".