«Spaß und Tanz» hatte Latin-Star Bad Bunny angekündigt für seinen Pausenauftritt beim großen NFL-Finale. Die bombastische Show bot aber auch politische Symbolik. Und verärgerte den US-Präsidenten.
Der Super Bowl war seit Wochen ein Politikum - auch wegen Latin-Superstar Bad Bunny. Und dieser lieferte: Der ausgesprochene Kritiker der radikalen Abschiebepolitik der US-Regierung nutzte seine Show in der Halbzeitpause im kalifornischen Santa Clara für politische Botschaften.
Der 31-jährige Grammy-Preisträger aus Puerto Rico ließ während des Finales der nordamerikanischen Footballliga NFL zwischen den Seattle Seahawks und den New England Patriots (29:13) Fahnenträger auftreten, die neben dem Banner der USA auch die Flaggen von vielen anderen Ländern des Doppelkontinents Amerika präsentierten. Bad Bunny hielt außerdem einen Football mit der Aufschrift «Gemeinsam sind wir Amerika» in die Kamera. Im Hintergrund leuchtete auf einer Leinwand der Schriftzug: «Das Einzige, was mächtiger ist als Hass, ist Liebe.»
Bei dem Auftritt sang unter anderem der puerto-ricanische Sänger Ricky Martin eines der politischsten Lieder des aktuellen Bad-Bunny-Albums: «Lo que le pasó a Hawaii» (Was Hawaii passiert ist). Darin kritisiert er die kulturelle Übernahme von Hawaii durch die USA, das 1898 gleichzeitig wie Puerto Rico unter die Herrschaft der Vereinigten Staaten geriet.
Trump schimpft über Halbzeitshow
Traditionell beschwört die Halbzeitshow beim Super Bowl eigentlich den Gemeinschaftssinn von Millionen US-Amerikanern - zumal das Land derzeit so tief gespalten ist wie vielleicht noch nie. Präsident Trump, der dem Super Bowl diesmal selbst fernblieb, setzte aber einen anderen Akzent. Er bezeichnete den Pausenauftritt direkt im Anschluss auf der Plattform Truth Social als «Schlag ins Gesicht» für die USA und als eine der schlechtesten Halbzeitshows, die er jemals gesehen habe.
Zu Trumps Unmut trug offenkundig bei, dass die gesamte Performance von Bad Bunny ausschließlich auf Spanisch gehalten war – ein Novum für die traditionsreiche Halbzeitshow. Man verstehe kein Wort, monierte Trump - nachdem er die Wahl des Hauptacts für das Spektakel bereits vorab als «schrecklich» bezeichnet hatte.
Hitzige Debatten schon vor der Show
Bad Bunny hatte im Vorfeld betont, sein Auftritt sei «für mein Volk, meine Kultur und unsere Geschichte». Der Musiker gilt mit seiner Musik als Brückenbauer zwischen Lateinamerika und den Millionen in den USA lebenden Latinos. Aus Protest gegen die rabiaten Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE verzichtete er zuletzt auch auf Konzerte in den Vereinigten Staaten. In seiner Dankesrede bei den Grammys kritisierte er die Einsätze und widmete seine Auszeichnung all jenen Menschen, «die ihre Heimat verlassen mussten, um ihren Träumen zu folgen».
Als die NFL Bad Bunny im Herbst 2025 offiziell als Headliner ankündigte, löste das hitzige Debatten aus. Konservative Politiker und Trump-nahe Gruppen kritisierten die Haltung des Superstars als «anti-amerikanisch». US-Verteidigungsminister Pete Hegseth ließ wissen, dass seine Familie eine andere Show schauen werde. Damit meinte er die Gegenveranstaltung der rechtspopulistischen Organisation Turning Point USA: In einer Halle traten Künstler wie der nationalistische Trump-Unterstützer Kid Rock auf. Die Organisation sprach von einem Event für alle Amerikaner.