Die beiden großen Sieger bei den Golden Globe Awards heißen "One Battle After Another" und "Adolescence". Paul Thomas Andersons Film über einen abgehalfterten Revolutionär gewann vier Trophäen, genauso viele wie die ohne Schnitte inszenierte Dramaserie.
Sie gelten als Stimmungstest vor den Oscars und bilden außerdem ein breiteres Bild der US-Entertainmentbranche ab, weil neben Kinofilmen auch TV-Produktionen berücksichtig werden: Am Sonntagabend wurden in Los Angeles die Golden Globes verliehen.
Der große Sieger im Bereich Film: "One Battle After Another". Paul Thomas Andersons Politsatire, in der Leonardo DiCaprio einen abgehalfterten Revolutionär auf der Suche nach seiner Tochter spielt, gewann vier Preise, zwei davon - Regie und Drehbuch - gingen an Anderson selbst. Des Weiteren gewann Teyana Taylor die Trophäe für die beste Nebendarstellerin. Auch der Preis für die beste Komödie oder Musical ging an den Film. Im Gegensatz zu den Oscars gibt es bei den Golden Globes keine genre-übergreifende Auszeichnung für den besten Film.
Die Netflix-Serie "Adolescence" konnte im Bereich TV die meisten Kategorien für sich entscheiden. Neben der Auszeichnung für die beste Limited Series, also für die beste in sich geschlossene Serie ohne Aussicht auf weitere Staffeln, gewann das Drama drei Schauspieltrophäen: Serienschöpfer Stephen Graham als bester Schauspieler in einer Limited Series, Erin Doherty als beste Nebendarstellerin in einem Fernsehdrama und Owen Cooper als bester - männlicher - Nebendarsteller in einem Fernsehdrama. Mit 16 Jahren ist Cooper der jüngste Preisträger in dieser Kategorie. "Adolescene" dreht sich um die Aufklärung eines Mordes. Eine stilistische Besonderheit der Show: Die Folgen wurden in einem Take, also ohne Schnitte, gedreht.
Überraschungssieger "Hamnet"
Der Film "Hamnet" über das Leben des legendären britischen Schriftstellers gewann zwei Preise, darunter den für das beste Drama. Als Favorit galt eigentlich Ryan Cooglers Horrorfilm "Sinners", der neben der Auszeichnung für die beste Musik (Ludwig Göransson) den Preis für "Cinematic and Box Office Achievement" gewann, der 2024 eingeführt wurde, um kommerziell erfolgreiche Filme zu ehren, die sonst oft bei Preisverleihungen leer ausgehen. "Sinners" war allerdings auch ein Kritikererfolg.
Durch die Auszeichnung als bestes Drama ist das Profil von "Hamnet" gestiegen. Der Film von Chloé Zhao, deren Werk "Nomadland" 2021 bei den Oscars als bester Film ausgezeichnet wurde, war durch Jessie Buckleys Sieg als beste Hauptdarstellerin in einem Drama zweimal im Rampenlicht der Preisverleihung. Auch bei den Oscars werden dem Drama nun bessere Chancen ausgerechnet. Als Favorit gilt jedoch auch hier "One Battle After Another".
Tod von Aktivistin überschattet Preisverleihung
Die Hollywood-Satire "The Studio" gewann den Preis für die beste Comedy-Serie, während die Krankenhaus-Serie "The Pitt" das Rennen in der Schwesterkategorie um die beste Drama-Serie machte. Als bester Hauptdarsteller in einem Drama wurde Wagner Moura für seine Leisung in "The Secret Agent" ausgezeichnet. Rose Byrne gewann für "If I Had Legs I'd Kick You" den Preis für die beste Hauptdarstellerin in einer Komödie oder Musical, Timothée Chalamet ("Marty Supreme") das männliche Pendant. Die Netflix-Produktion "KPop Demon Hunters" triumphierte als bester Animationsfilm sowie in der Kategorie für den besten Song.
Überschattet wurde die Auszeichnung vom Tod der Aktivistin Renee Good, die am 7. Januar von einem Offizier der US-Einwanderungspolizei ICE erschossen worden war. Mit Ansteckern mit Sprüchen wie "Be good" und "Ice Out" machten Stars auf die brutalen Praktiken der Trump-Regierung aufmerksam. In ihren Siegesreden machten die meisten Stars jedoch nur vage Anspielungen. Auch Komikerin Nikki Glaser, die erneut als Moderatorin durch den Abend führte, nannte Donald Trump nicht bei Namen, konnte sich politische Anspielungen aber nicht verkneifen, etwa als sie in Anspielung auf die Epstein-Akten ankündigte, der Preis für den besten Schnitt ginge an das Justizministerium.