In einem Video, das die Gruppe vor wenigen Tagen auf Instagram teilte, ist zu hören, wie ein Radiosender über das Konzert der Gruppe im Jahr 1997 in der Münchner Olympiahalle berichtet.
«Dass Oasis 2027 im Rahmen ihrer erfolgreichen Comeback-Tour ausgerechnet nach München zurückkehren, ist etwas ganz Besonderes - mit bittersüßem Beigeschmack», sagt der Musikjournalist und langjährige «Bravo»-Chefredakteur Alex Gernandt, der Oasis in den 1990er Jahren mehrfach begleitet hat.
«Oasis haben in München Spuren hinterlassen - und München hat auf Oasis wohl Eindruck gemacht.» Die Band habe eine «30-jährige, teils turbulente, teils schmerzhafte Historie mit München». Gernandt erinnert nicht nur an die legendäre Nacht im Bayerischen Hof, sondern auch an zwei umjubelte Auftritte im Alten Flughafen Riem im Jahr 1996.
«Brüder immer und jederzeit bei uns willkommen»
Wo sie während der Konzerte im kommenden Jahr übernachten, ist noch nicht bekannt. Hausverbot im Bayerischen Hof haben sie aber nicht - trotz der Vorgeschichte. «Selbstverständlich sind die Brüder immer und jederzeit bei uns willkommen», sagte ein Hotelsprecher der Deutschen Presse-Agentur nach Bekanntwerden der Münchner Konzerttermine. «Auch nach dem damaligen Vorfall waren die Türen stets für die Brüder geöffnet.»
Hotelchefin Innegrit Volkhardt hatte sich schon 2022, zum 20. Jahrestag der legendären Schlägerei, versöhnlich gezeigt. «Die waren nicht allein schuldig», hatte sie gesagt - und angekündigt: «Wir würden sie natürlich wieder nehmen.»
«Ein wildes Aufeinander»
Sie selbst sei damals, im Dezember 2002, im Urlaub gewesen, habe sich aber danach die Videos der Überwachungskameras angeschaut: «Das war schon ein wildes Aufeinander zwischen Oasis und der anderen Gruppe», sagte sie vor vier Jahren im dpa-Interview. «Man hat da auf der Kamera nur einen großen Haufen gesehen.» Wie die Polizei berichtete, war sogar ein über fünf Kilo schwerer Absperrpfosten des Hotels im Spiel.
50.000 Euro Geldauflage, 20.000 Pfund für neue Zähne
Zu dem Prozess um jenen legendären Party-Abend später am Amtsgericht erschien die Band nicht. Die Musiker waren nach Zahlung von rund 240.000 Euro Kaution nach Hause geschickt worden. Das Verfahren gegen Gallagher wegen Körperverletzung und Widerstands bei der Festnahme wurde gegen eine Geldauflage von 50.000 Euro eingestellt. Rund eine Woche später meldete die «News of the World»: Liam Gallagher hat neue Zähne. 20.000 Pfund sollen die ihn damals gekostet haben.
«Zeit heilt bekanntlich alle Wunden», sagt Musikexperte Gernandt. «Liam ist mittlerweile erwachsen(er) geworden und hat sich mit seinem älteren Bruder, Oasis-Songwriter und Mastermind Noel ausgesöhnt, das große Comeback ist ihnen geglückt - und die Zähne sind eh längst ersetzt.» Er erwartet für die kommenden Konzerte «Oasis in Topform». «Vollgas geben sie nach wie vor - allerdings nur noch auf der Bühne.»