Das älteste Konfitürenunternehmen Bayerns ist eines der führenden Spezialitätenanbieter in Sachen Marmeladen, Gelees und Fruchtaufstrichen. Flaggschiff ist Hiffenmark, außerhalb Frankens als Hagebuttenkonfitüre bekannt. Mehr als jedes zweite Glas dieser Konfitüre, das in Deutschland verkauft wird, stammt aus Haßfurt, was "Maintal Konfitüren" den Titel Marktführer in Deutschland beschert. Die süße Verführung hat ihre Fans aber auch rund um den Erdball, von den USA über Japan bis nach Korea.
Gründer Josef Müller hätte sich 1886 wohl kaum vorstellen können, dass 2015 Menschen auf drei Kontinenten "Maintal"-Spezialitäten kennen und genießen. Hinter dem Erfolg steht eine lange Geschichte, zumal der Pionier zu Beginn einen Großhandel für Vegetabilien und Landesprodukte gründete und ausschließlich mit Tee, Kräutern, Dörrobst und Hiffenkernen handelte. Erstmals köcheln dann 1889 die ersten Gelees und Marmeladen in einfachen Emaillekesseln.
Nach Ende des Ersten Weltkrieges konzentriert sich das Unternehmen ganz auf die Produktion von Marmeladen, da aufgrund der Lebensmittelknappheit der Handel mit Dörrobst untersagt ist. Mit der Umbenennung der Firma in "Maintal-Obstindustrie" 1933 setzt Rudolf Müller, Sohn des Gründers, ein Zeichen für die weitere Expansion mit dem Neubau in der Haßfurter Industriestraße, noch heute der Firmensitz.
1954 holt Rudolf Müller seinen Sohn Helmut in die Geschäftsführung und übergibt ihm 1973 die Leitung des Betriebes. Neben Konfitüren und Marmeladen werden nun auch Obstkonserven und Fruchtsirup hergestellt. Seit 1989 ist mit der Urenkelin des Gründers Anne Feulner und ihrem Schwager Klaus Hammelbacher die vierte Generation mit der Führung des Betriebes betraut.
Mit der Hagebuttenkonfitüre hat "Maintal-Konfitüren" ein bemerkenswertes Alleinstellungsmerkmal. 1978 und 1989 erhält sie das Prädikat "expeditionsbewährt". Beide Male setzte Bergsteiger Karl Maria Herrligkoffer bei seinen Himalaya-Expeditionen zum Mount Everest und zum Nanga Parbat bei der Versorgung seiner Teammitglieder auf die äußerst vitaminhaltige Konfitüre aus Haßfurt. Auch heute noch stellen zahlreiche Auszeichnungen des Familienunternehmens bei unabhängigen Geschmacks- und Qualitätstests unter Beweis, dass hier das technische Know-how eines modernen Großbetriebes mit dem handwerklichen Können, der Regionalität und der Originalität einer Manufaktur den Verbrauchern höchste Qualität garantiert. Heute arbeiten 82 Mitarbeiter in Haßfurt und produzieren 600 verschiedene Artikel, die in mehr als 20 Länder vertrieben werden. Rund 12 Millionen Gläser Konfitüren, Gelees und Fruchtaufstrich verlassen derzeit pro Jahr das Traditionshaus.


"Bio" beflügelt

Das Erfolgsrezept: "Maintal" erfüllt die Wünsche der Kunden nach ursprünglichen, auf traditionelle Art hergestellten Produkten. Dabei wird das Angebot kontinuierlich um neue Konfitüren- und Gelee-Spezialitäten erweitert. Neben dem Klassik-Sortiment mit Sorten wie Erdbeere, Himbeere, Sauerkirsche oder Aprikose bietet Mainal auch saisonale und regionale Produkte an, wie die Bayerischen Fruchtaufstriche und Gelees, für die ausschließlich bayerische Früchte verarbeitet werden. Seit 2000 gibt es für den Naturkostfachhandel die nach Geschäftsführerin Anne Feulner benannte Marke "Annes Feinste": 22 Köstlichkeiten für den Frühstückstisch und 3 Wildpreiselbeer-Spezialitäten in zertifizierter Bio-Qualität. Das Bio-Sortiment hat sich sehr positiv entwickelt und macht mittlerweile 40 Prozent des Umsatzes aus. Mit den neuen Bio Fruchtaufstrichen, die Anfang nächsten Jahres in den Einzelhandel kommen, stellt das Unternehmen seinen Innovationsgeist unter Beweis. Hier finden die Verbraucher auch so außergewöhnliche Sorten wie Preiselbeermix, Aprikose-Mango, Gartenfrüchte oder Multifrucht. "Maintal" bezieht seine Früchte dabei ausschließlich aus Regionen, in denen Temperatur, Feuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und Boden beste Voraussetzungen bieten. Jährlich verarbeitet "Maintal" 2400 Tonnen Früchte, davon 1300 Tonnen in Bio-Qualität. Bei den Früchten wird auf volles Fruchtaroma Wert gelegt, entwickelt in natürlich ausgereiften Früchten erlesener Qualität. Unmittelbar nach der Ernte werden sie tiefgefroren, damit Geschmacks- und Nährstoffe erhalten bleiben. So behaupten Anne Feulner und Klaus Hammelbacher mit ihrer Belegschaft: "Wir lieben Früchte und das schmeckt man!"


Familienfreundlichster Arbeitgeber Mainfrankens

Wert legt "Maintal Konfitüren" aber auch auf Nachhaltigkeit, schonenden Umgang mit Ressourcen und Familienfreundlichkeit. In diesem Jahr ist das Unternehmen zum zweiten Mal in Folge als "Familienfreundlichster Arbeitgeber Mainfrankens" ausgezeichnet worden. 2013 wurde man von der Bayerischen Staatsregierung als Sieger "Best Practice" sowie als Vorbild für eine familienbewusste Arbeitswelt geehrt. "Wir Maintaler lieben Früchte . . . und wir lieben Familien" steht im Leitbild des Unternehmens. Anne Feulner widmet sich mit Leidenschaft dem Thema Familienfreundlichkeit am Arbeitsplatz. Als Mutter von zwei Kindern weiß sie, was es bedeutet, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Deswegen gibt es bei "Maintal" eine Vielzahl individuell zugeschnittener Arbeitszeitmodelle sowie flexible, kurzfristige Anpassungen an familiäre Situationen für eine erfolgreiche Verbindung von Familie und Beruf. Um das ohnehin breite Angebot noch zu erweitern, wurde eigens dazu eine Personalreferentenstelle geschaffen.
Aber auch eine intakte Umwelt wird als die Existenzgrundlage des Menschen gesehen und deshalb steht das Fruchterlebnis hier auch in Einklang mit der Natur. "Für uns, die wir mit unseren Konfitüren Nahrungsmittel aus natürlichen Zutaten herstellen, ist eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen, die sich der Erhaltung der ökologischen Funktionsfähigkeit unterordnen, eines der obersten Firmenziele", so die Unternehmensphilosophie. So setzte man in den letzten Jahren eine deutliche Reduzierung des Wasser- und Energieverbrauchs in Gang. Die Grundlast von Strom- und Wärmeenergie in Form von Dampf wird durch eine Mikrogasturbine erzeugt. Durch diese Kraft-Wärme-Kopplung wird ein Höchstmaß an Wirtschaftlichkeit erreicht. Die darüber hinaus benötigten Mengen werden von eigenen Solaranlagen bzw. aus örtlicher Windkraft bezogen. Wird mehr Dampf benötigt, schaltet sich der stufenlos regelbare Vierzugkessel hinzu, der über verschiedene Economizer die Restenergie aus den Rauchgasen herausholt, bevor sie in den Kamin gelangen.
Günther Geiling