Die schönen Zeiten an den Zapfsäulen sind für Autofahrer vorerst vorbei: Monatelang fiel der Benzinpreis kontinuierlich, seit Anfang Februar sind die Spritpreise wieder angestiegen. Für Superbenzin zahlt man derzeit weit mehr als 1,30 Euro, Dieselkraftstoff liegt im Durchschnitt bei 1,20 Euro je Liter. Das war vor kurzem noch anders: Mitte Januar kostete der Liter Superbenzin kaum mehr als 1,20 Euro. Diesel gab es an einigen Tankstellen zwischenzeitlich sogar für weniger als einen Euro pro Liter.

Dass das Tanken wieder etwas teurer geworden ist, führt ADAC-Sprecherin Katharina Luca vornehmlich auf zwei Ursachen zurück: die Preisentwicklung auf dem Rohölmarkt und die Kursschwäche des Euro gegenüber dem Dollar.

Der "harte deutsche Tankstellenwettbewerb", so Alexander von Gersdorff vom Mineralölwirtschaftsverband (MWV), führe dazu, dass "nur die Änderungen der Produktpreise an die Verbraucher weitergegeben werden". Der MWV-Sprecher macht trotzdem deutlich: "Derzeit liegt Benzin immer noch 20 Cent unter den Preisen vom Sommer 2014."


Vorhersagen schwierig

Bei der Frage, wie es weitergeht, gehen die Meinungen auseinander. Opec-Vertreter wie Katars Ölminister Mohammed Al-Sada sind sich sicher: Der Ölpreis steigt weiter. Auch der kuwaitische Minister Ali Al-Omair rechnet mit einer weiteren Stabilisierung des Marktes.

Katharina Luca glaubt jedoch nicht, dass es in nächster Zeit zu drastischen Preisanstiegen kommt. "Vorhersagen kann man die Entwicklungen nicht, aber da der Markt nach wie vor gut versorgt ist, gehen wir nicht davon aus, dass es zu dramatischen Steigerungen kommt."

Aus Sicht von Alexander von Gersdorff haben der Ölpreisverfall von 115 auf unter 50 Dollar seit vergangenem Sommer und der Wiederanstieg auf 60 Dollar seit Januar gezeigt, wie schwer der Ölpreis zu prognostizieren ist. Sicher sei aber: "Öl ist reichlich vorhanden. Eine Knappheit ist nicht zu befürchten."


Tipp: Abends tanken

Wer beim Tanken sparen will, sollte ein paar Tipps beherzigen: Das größte Sparpotenzial bietet sich in den Abendstunden. Zwischen 18 und 20 Uhr ist der Sprit am billigsten. Am teuersten tankt man nachts und in den frühen Morgenstunden.

Laut der "Markttransparenzstelle für Kraftstoffe" kann man bis zu 20 Cent pro Liter sparen, wenn man die günstigste Tankstelle der Umgebung ansteuert. Und an der gleichen Zapfsäule sind im Tagesverlauf bis zu zehn Cent weniger pro Liter drin.