Pyro-Chaos bei Relegations-Kracher: Dynamo-Geschäftsführer entsetzt - "Grenze überschritten"

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Pyro-Wahnsinn in Dresden: Der Aufstieg des 1. FC Kaiserslautern geriet angesichts der Vorfälle kurz vor Abpfiff fast zur Nebensache.
Dynamo Dresden - 1. FC Kaiserslautern
Robert Michael (dpa)
Pyro-Wahnsinn in Dresden: Der Aufstieg des 1. FC Kaiserslautern geriet angesichts der Vorfälle kurz vor Abpfiff fast zur Nebensache.
Dynamo Dresden - 1. FC Kaiserslautern
Jan Woitas (dpa)
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Dynamo Dresden - 1. FC Kaiserslautern
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Pyro-Wahnsinn in Dresden: Der Aufstieg des 1. FC Kaiserslautern geriet angesichts der Vorfälle kurz vor Abpfiff fast zur Nebensache.
Dynamo Dresden - 1. FC Kaiserslautern
Jan Woitas (dpa)
Pyro-Wahnsinn in Dresden: Der Aufstieg des 1. FC Kaiserslautern geriet angesichts der Vorfälle kurz vor Abpfiff fast zur Nebensache.
Dynamo Dresden - 1. FC Kaiserslautern
Robert Michael (dpa)

Unschöne Szenen spielten sich nahezu ununterbrochen auf den Rängen im Zweitliga-Relegationsrückspiel zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Dynamo Dresden ab. Beide Fanlager brannten durchgängig Pyrotechnik ab. Kurz vor Abpfiff drohte gar ein kompletter Spielabbruch. Dass der FCK aufsteigt, geriet dabei zur Nebensache.

Der 1. FC Kaiserslautern kehrt in die Zweite Bundesliga zurück. Die Pfälzer gewannen das Rückspiel auswärts gegen Dynamo Dresden mit 2:0 durch Tore von Hanslik (59.) und Hercher (90.+2).

 Der sportliche Erfolg trat aber angesichts des Verhaltens der jeweiligen "Fans" in den Hintergrund.  Die Leidenschaft und hitzige Atmosphären entlud sich auf beiden Seiten konstant in Form von abbrennender Pyrotechnik. 

Pyros schon vor Spielbeginn - Rakete trifft Familienblock

Beide Fanlager, bekannt für die leidenschaftliche Unterstützung ihres Vereins, heizten die Stimmung schon vor dem Spielbeginn ordentlich an. Dynamo legt mit einer imposanter Hunde-Choreo („Zähne zeigen – Klasse halten“), untermalt von Bengalos, los. 

Die pyrotechnische Antwort einiger "Fans" unter den 3500 angereisten FCK-Anhängern lässt nicht lange auf sich warten: Raketen und Böller flogen auf den Rasen, eine Rakete landet im Dresdener Familienblock. Zum Glück wurde von dem Blindgänger niemand verletzt. 

Schiedsrichter Daniel Siebert pfeift die Partie wegen dieser Unruhen schon mit zwei-minütiger Verspätung an. Die kompletten 90 Minuten werden von beiden Seiten mit Pyros begleitet.

In der Nachspielzeit droht die Partie vollends zu kippen.  Kaiserslautern führt zu dem Zeitpunkt 2:0 - ist also schon fast sicher aufgestiegen. 

Spielabbruch? - Schiedsrichter muss Entscheidung treffen

Es kommt, was leider schon abzusehen war: Nach dem zweiten Treffer für die Lauterer fliegen Raketen auf den Rasen, es knallen Böller, Dynamo-Dresden-Fahnen stehen in Flammen. Schiedsrichter Siebert unterbricht das Spiel bei nach drei Minuten der Nachspielzeit. Der Unparteiische steht jetzt im Fokus. Ein möglicher Spielabbruch liegt in der Luft. Nach siebenminütiger Unterbrechung pfeift Siebert die Partie wieder an – und um 22.32 endgültig Uhr ab.  

Für Ex-Bundesligaschiedsrichter Thorsten Kinhöfer die richtige Entscheidung: Siebert hat alles richtig gemacht. Er hatte zwei Möglichkeiten: Abbrechen, dann hätte es zu einer Sportgerichtsverhandlung kommen können, oder die Nachspielzeit durchziehen", wie er der "Bild" mitteilt.

Juristisches Nachspiel für beide Vereine

Wegen der abgeschossenen Rakete aus dem Gästeblock ermittelt die Polizei wegen des Versuchs der gefährlichen Körperverletzung. Ebenfalls sollen sich etwa 30 Dresden-Fans des Landfriedensbruchs und der Körperverletzung strafbar gemacht haben, als sie versuchten, unerlaubt ins Stadion zu gelangen und dabei zwei Ordner verletzten. 

Dynamo-Geschäftsführer Jürgen Wehlend reagierte mit Entsetzen auf die Vorfälle am Dienstagabend. "Bei allem Verständnis für diesen Frust, den alle Beteiligten im Verein teilen und genauso fühlen, ist das Verhalten einiger Dynamo-Fans gegen Ende des Spiels und im Besonderen danach völlig inakzeptabel", sagte Wehlend am Mittwoch.

"Mit dem gewaltsamen Eindringen in den Kabinentrakt, bei dem zwei Ordner verletzt wurden, und der Bedrohung von Spielern, Betreuern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurde eine klare Grenze überschritten", betonte Wehlend. 

Nach dem zweiten Tor der Gäste hatte das Spiel vor dem Abbruch gestanden, da Dresdner Fans Pyrotechnik auf den Platz geworfen hatten. Kurz vor Mitternacht hatten schließlich etwa 30 Anhänger versucht, durch den Eingang zum VIP-Raum in den Kabinentrakt zu gelangen. Dabei wurden zwei Ordner verletzt. Die Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruchs. Nach Steinwürfen auf einen Bus wurden zudem Ermittlungen wegen Sachbeschädigung eingeleitet.

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