Das Norovirus breitet sich besonders stark aus. Allein in der Woche vor Weihnachten wurden in Deutschland 5289 Erkrankungen gemeldet, wie aus einer Statistik des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. In den vergangenen Jahren waren es in der Woche vor Weihnachten meist viel weniger Fälle. Das Virus löst starken Durchfall und Erbrechen aus.

Knapp 2600 Fälle von Norovirus-Erkrankungen registrierte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit Sitz in Erlangen bis einschließlich vergangenen Sonntag - 2015 waren es lediglich rund 1300. "Die Fallzahlen liegen in der aktuellen Saison über die letzten fünf Jahre betrachtet im oberen Bereich", meint ein LGL-Sprecher.

Die meisten Fälle gab es in der letzten Dezember-Woche 2016 in Oberbayern mit 123 und Oberfranken mit 69 erkrankten Personen (Mittelfranken: 28; Unterfranken: 33). Am Klinikum Nürnberg seien letzten Freitag 14 Neuerkrankungen gezählt worden. Damit hat laut LGL die Norovirus-Saison früher als sonst begonnen.

"Eine Prognose, wie sich die Saison entwickelt, ist allerdings nicht möglich", fügt der Sprecher an. Es sei nicht ungewöhnlich, dass dieser Erreger in manchen Jahren stärker auftrete als in anderen, so Susanne Glasmacher vom RKI. "Wir kennen das Phänomen, dass die Werte alle paar Jahre erhöht sind." Auch im Winter 2009/2010 seien pro Woche oft mehr als 5000 Erkrankungen gemeldet worden - aber erst im Januar und Februar.


Neue Virus-Variante

In diesem Winter infizieren sich laut RKI wohl auch deshalb mehr Menschen, weil eine neue Virusvariante umgehe. "Das bedeutet jedoch nicht, dass das Virus gefährlicher ist oder die Krankheit schwerer verläuft als sonst. Es kann sich nur besser vor dem Immunsystem verbergen, so dass mehr Leute erkranken", führt Glasmacher aus.

Der Erreger ist vor allem für Kleinkinder, alte Menschen und geschwächte Personen gefährlich. Das hochansteckende Virus verbreitet sich vor allem in Einrichtungen wie Kindergärten und Altersheimen schnell.

"Die Symptome des Brechdurchfalls sind zwar nach ein bis drei Tagen vorbei, doch die Betroffenen sind auch danach bis zu 48 Stunden ansteckend", warnt Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). Ihr Tipp: Kontakt zu Kranken möglichst meiden, Hygienevorschriften einhalten und im Krankheitsfall viel trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. "Medikamente zur Behandlung der Virusinfektion gibt es nicht. Bei Bedarf sollte immer medizinischer Rat eingeholt werden", rät Huml.

Zudem steige im Freistaat auch die Anzahl der Grippefälle. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden zwischen Oktober und Dezember 2016 insgesamt 1047 Fälle gezählt. Im gleichen Zeitraum 2015 waren es nur 180.