Kabellose Kopfhörer gehören für viele beim Sport oder im Alltag dazu. In sozialen Netzwerken wird behauptet, die Übertragung durch Bluetooth mache krank. Wissenschaftliche Belege dafür gibt es nicht.
Musik beim Joggen, Krafttraining oder auf dem Weg zur Arbeit: Bluetooth-Kopfhörer sind weit verbreitet. Immer wieder kursieren im Netz Warnungen vor einer angeblich gefährlichen Strahlung der Geräte. Dabei wird häufig auf die Nutzung ähnlicher Frequenzen wie bei Mikrowellen verwiesen. Fachleute sehen darin jedoch keinen Hinweis auf eine Gesundheitsgefahr.
Behauptung
Die Strahlung von Bluetooth-Kopfhörern schädigt das Gehirn und ist krebserregend.
Bewertung
Falsch. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für gesundheitsschädliche Wirkungen von Bluetooth-Kopfhörern.
Fakten
Bluetooth-Kopfhörer nutzen hochfrequente elektromagnetische Felder. Sie arbeiten dabei ähnlich wie WLAN oder Mikrowellenherde im Bereich von etwa 2,45 Gigahertz. Entscheidend für mögliche gesundheitliche Auswirkungen ist jedoch nicht allein die Frequenz, sondern vor allem die Leistung der Geräte.
Nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) nutzen Bluetooth-Kopfhörer nur eine vergleichsweise geringe Leistung im Milliwatt-Bereich. Im Gegensatz zu einem Mikrowellenherd mit rund 1000 Watt erreichen typische Geräte nur etwa 0,0025 Watt.
«Diese Leistung ist so gering, dass die Nutzung von Bluetooth-Kopfhörern nicht zu einer relevanten Erwärmung des Gewebes am Ohr führen kann», erklärt Florian Kohn, wissenschaftlicher Referent im Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder beim BfS.
Sendeleistung von Smartphones deutlich höher
Die gesundheitlichen Auswirkungen von Strahlung auf den menschlichen Organismus gelten als gründlich erforscht. Gesetze und Normen sehen Grenzwerte zur Produktsicherheit vor. Eine Größe ist die spezifische Absorptionsrate (SAR), die etwa für Handys angewendet wird. Dieser SAR-Wert gibt an, «wie viel Energie das Körpergewebe bei der Nutzung des Telefons aufnimmt», erläutert Kohn.