Wie oft kommt es zu Malaria-Infektionen in Deutschland?
Malaria-Infektionen seien hierzulande sehr selten, so das RKI. Flughafen-Malaria sei «ein ungewöhnliches und seltenes Ereignis, das sowohl die behandelnden Ärztinnen und Ärzte als auch die zuständigen Gesundheitsbehörden vor besondere Herausforderungen stellt». Sie könne vor allem im Sommer in der Umgebung von Flughäfen auftreten, insbesondere wenn dort Flüge aus den Tropen abgefertigt würden. Der letzte solche Fall wurde 2023 ebenfalls am Frankfurter Flughafen dokumentiert.
«Die Gefahr der sogenannten Flughafen-Malaria ist bekannt», sagt auch Friedrich Frischknecht vom Uniklinikum Heidelberg. «Das ist extrem selten und wird extrem selten bleiben, auch wenn die Fälle mit dem steigenden Reiseverkehr ein bisschen zunehmen können.»
Einen anderen Fall gab es vor fast 30 Jahren in Nordrhein-Westfalen. 1997 hatten sich zwei Mädchen in einem Krankenhaus mit Malaria angesteckt. Die Erreger waren wohl von der hierzulande vorkommenden Mückenart Anopheles plumbeus übertragen worden, die in der Nähe des Duisburger Klinikums gefunden wurde. Zur selben Zeit wurde dort damals ein Mädchen aus Angola wegen Malaria behandelt - vermutlich hatte eine Mücke zuerst sie gestochen und dann die beiden Mädchen.
Was ist Malaria eigentlich?
Malaria wird durch Parasiten verursacht, die vor allem durch Mücken übertragen werden. Reisende aus Deutschland infizieren sich meist in tropischen und subtropischen Ländern. Vor allem die schwerste Form, Malaria tropica, kann tödlich verlaufen.
Laut dem Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenkrankheiten ist diese Form für über 95 Prozent der Malaria-Todesfälle weltweit verantwortlich. Die Variante wurde auch bei den Patienten in Frankfurt diagnostiziert. Bei frühzeitiger Diagnose und schnell eingeleiteter Behandlung sei sie gut und vollständig behandelbar, heißt es beim Auswärtigen Amt.
Was ist das Tückische an Flughafen-Malaria?
Im jetzigen Fall sind Anwohner des Flughafens betroffen, zuvor waren es Mitarbeiter des Betreibers Fraport. Weil sie vorher nicht in Malaria-Gebieten waren, lag der Verdacht auf die Erkrankung nicht nahe.
Laut RKI kommen Todesfälle hierzulande vor, weil nicht an diese Diagnose gedacht werde - auch wegen uncharakteristischer Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen: «Häufig werden solche Anzeichen daher als grippaler Infekt oder Magen-Darm-Infektion fehlinterpretiert.»
Daher ruft das Frankfurter Gesundheitsamt Bürger und Bürgerinnen sowie Ärzte und Ärztinnen dazu auf, bei solchen Symptomen an Flughafen-Malaria zu denken. Die Diagnose könne per Schnelltest erfolgen.
Sinken mit dem Herbst und dem Winter die Risiken?
«Manche tropischen Mücken sind bei kalten Temperaturen nicht mehr so überlebensfähig und fliegen auch nicht mehr so aktiv», sagt Frischknecht. Aber natürlich könnten sie im temperierten Flughafengebäude unterwegs sein.
Der Experte weist darauf hin, dass Malaria in seltenen Einzelfällen auch von hiesigen Mücken übertragen werden kann - sofern die den Erreger tragen. Mit Blick auf die Tigermücke, die sich in Deutschland ausbreitet, gibt er aber Entwarnung. Die könne zwar viele tropische Krankheiten wie Dengue, Zika und Chikungunya übertragen, jedoch keine Malaria.