Bei einer Erderwärmung um 2 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit - derzeit geht das Team von 1,3 Grad aus - wären unter denselben Bedingungen Spitzengeschwindigkeiten von 295 Kilometer pro Stunde zu erwarten.
Jedes zehntel Grad Celsius zählt
Dem Bericht zufolge wird 2025 voraussichtlich bei der globalen Erwärmung zum dritten Mal in Folge die Marke von 1,5 Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit überschreiten. Das Pariser Klimaabkommen sieht vor, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen - dieses Ziel gilt inzwischen jedoch als unrealistisch. Sollten Maßnahmen zum Klimaschutz voll umgesetzt werden, werde sich die Erde voraussichtlich um 2,6 Grad erwärmen, statt um 4 Grad Celsius, schreibt die Gruppe.
Dass jedes zehntel Grad zählt, macht das Forschungsteam an Untersuchungen von Hitzewellen aus den vergangenen Jahren etwa im Amazonasgebiet oder in Burkina Faso und Mali deutlich. Diese Ereignisse wurden demnach seit Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens im Jahr 2015 fast zehnmal wahrscheinlicher - bei einem globalen Temperaturanstieg seitdem um 0,3 Grad Celsius.
«Entscheidungsträger müssen sich der Realität stellen»
Auch wenn 2024 wegen des Effekts des Klimaphänomens El Niño besonders heiß war, so war das zu Ende gehende Jahr 2025 in größeren Regionen in Zentralasien und China sowie in Teilen Skandinaviens das heißeste Jahr seit 1995. Das alle paar Jahre auftretende Phänomen El Niño wird von wärmeren Wassertemperaturen im tropischen Pazifik ausgelöst, was durch veränderte Luft- und Meeresströmungen die Wetterbedingungen weltweit beeinflusst.
Der Bericht zeige, dass die Bemühungen zur Reduzierung der CO2-Emissionen nicht ausreichten, um den globalen Temperaturanstieg und die schlimmsten Auswirkungen zu verhindern, erläuterte Otto.
«Entscheidungsträger müssen sich der Realität stellen, dass die anhaltende Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen Menschenleben kostet, wirtschaftliche Verluste in Milliardenhöhe verursacht und weltweit unumkehrbare Schäden für ganze Gemeinschaften mit sich bringt», betonte sie.
Die gebürtige Deutsche Friederike Otto gehört zu den bedeutendsten Wissenschaftlern der Zuordnungsforschung - auch Attributionsforschung genannt. Diese untersucht, welchen Anteil der Klimawandel an extremen Wetterereignissen hat. Dabei analysieren die Wissenschaftler, wie wahrscheinlich und wie heftig die Ereignisse ohne die menschlich verursachte Erwärmung seit Beginn der Industriellen Revolution gewesen wären.