Wie gut schützen mpfungen?
Die momentan verwendeten Impfstoffe gegen Coronaviren schützten gut, auch gegen die neu auftretenden Varianten, sagte Protzer. Bei Influenza könne es sein, dass die Viren sich plötzlich relativ stark verändern und das Immunsystem nicht besonders gut vorbereitet sei, sagte Protzer. Deshalb gebe es eine Überwachung auf der Südhalbkugel, bei der die dort zirkulierenden Viren untersucht und die hiesigen Impfstoffe entsprechend angepasst würden. Die momentane Zusammensetzung der Impfstoffe sei etwa darauf abgestimmt, was beispielsweise in Australien zirkuliert sei.
Wem werden Impfungen offiziell empfohlen?
Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt Impfungen gegen Grippe unter anderem für Menschen ab 60 Jahren sowie Menschen mit Vorerkrankungen, Schwangeren und Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeeinrichtungen. Eine Impfung gegen Covid-19 und RSV wird Menschen ab 75 Jahren oder auch jüngeren Personen mit Grunderkrankungen empfohlen. Das Immunsystem braucht etwa zwei Wochen bis ein Schutz aufgebaut ist, der dann mehrere Monate hält. Auch Impfstoffe aus der vergangenen Saison böten einen ausreichend guten Schutz, sagte der Vorsitzende der Stiko, Reinhard Berner. Auch für andere Altersgruppen gibt es vielerorts Impfangebote, vor allem gegen Grippe.
Wo kann ich mich impfen lassen?
Impfungen bieten etwa Hausärzte, Betriebsärzte und Apotheken an. Die Zahl der Apotheken, in denen Impfungen angeboten werden, habe sich in den vergangenen Jahren stetig gesteigert, teilte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) mit.
Wie hoch sind die Impfquoten?
Berner zufolge gibt es in Deutschland seit Jahren unzureichende Impfquoten, insbesondere bei Menschen, die wegen Grunderkrankungen besonders geschützt werden sollten. Unter Grunderkrankungen versteht man bestehende Erkrankungen, die mit einem erhöhten Risiko für schwerere Verläufe bei Infektionskrankheiten einhergehen.
Gegen Influenza ließen sich etwa 30 bis 40 Prozent der erwachsenen Menschen mit Grunderkrankungen impfen, bei Kindern mit Grunderkrankungen lägen die Zahlen bei etwa 10 Prozent. «Wir nehmen in Kauf, dass 90 Prozent unserer gefährdeten Kinder nicht geschützt sind», sagte Berner. Er plädierte dafür, dass Impfungen etwa auch im Krankenhaus unter Übernahme der Kosten durch die Krankenkassen durchgeführt werden könnten.
Wie verlief die letzte Saison?
In der Wintersaison 2025/26 gab es nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) rund 180 Millionen Atemwegserkrankungen, darunter Influenza, Covid-19, RSV-Erkrankungen, Rhinoviren oder saisonale Coronaviren. Kleinkinder hatten im Durchschnitt 4,6 akute Atemwegserkrankungen, Erwachsene ab 60 Jahren im Schnitt 1,3. Etwa 429.000 Fälle von schweren akuten respiratorischen Infekten wurden deutschlandweit in Kliniken behandelt. Es starben rund 22.700 Menschen. Das RKI stuft die Saison auf Basis dieser Zahlen als moderat und mit der in anderen Ländern vergleichbar ein.