Der Bundesstaat Tennessee wandte sich daraufhin an den Supreme Court. Das höchste US-Gericht hob den Aufschub noch am selben Tag wieder auf und machte damit den Weg für die Hinrichtung frei. Einen weiteren Antrag Pikes gegen die Vollstreckung hatte der Supreme Court bereits am Vortag abgelehnt.
Warum scheiterte die Hinrichtung?
Die genaue Ursache für die gescheiterte Hinrichtung ist weiterhin unklar - und soll durch eine unabhängige Untersuchung geklärt werden. Pikes Anwälte berichteten von erheblichen Problemen beim Legen der Venenzugänge. Einer ihrer Arme habe sich während der Hinrichtung violett verfärbt, später habe es Blasen und Verbrennungen an Einstichstellen gegeben. Die Strafvollzugsbehörde erklärte dagegen, das Hinrichtungsprotokoll sei vollständig abgearbeitet worden.
Nach Angaben des Death Penalty Information Center ist kein vergleichbarer moderner US-Fall bekannt, in dem die vorgesehenen Hinrichtungsmedikamente verabreicht wurden und der Gefangene dennoch weiterlebte. Der Fall hat damit auch die seit Jahren geführte Debatte über die Todesstrafe in den USA und insbesondere über die Zuverlässigkeit von Hinrichtungen mit der Giftspritze erneut in den Fokus gerückt.
Wie es nun weitergeht Pikes Anwälte forderten nach der gescheiterten Hinrichtung, ihre Todesstrafe in lebenslange Haft umzuwandeln, und kündigten weitere rechtliche Schritte an. In ihrer neuen Stellungnahme bekräftigten sie nun die Forderung an Tennessees republikanischen Gouverneur, Bill Lee, dass Pike statt der Todesstrafe lebenslang in Haft sitzen solle - ohne Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung.
Andere Exekution musste ebenfalls abgebrochen werden
Lee hatte die letzte noch für dieses Jahr geplante Hinrichtung vergangene Woche abgesagt. Bereits im Mai musste Tennessee die Hinrichtung von einem anderen verurteilten Straftäter abbrechen, nachdem es nicht gelungen war, die erforderlichen intravenösen Zugänge zu legen.
Ob man in Tennessee zu einem späteren Zeitpunkt erneut versuchen wird, Pike hinzurichten, ist unklar. Die "New York Times" weist darauf hin, dass wahrscheinlich ihr Gesundheitszustand dafür entscheidend sein werde. Der Oberste Gerichtshof der USA habe die Hinrichtung von Personen untersagt, die den Grund für diese Bestrafung nicht rational nachvollziehen könnten, hält die Zeitung fest.
Pikes Anwälte kündigten für heute eine Pressekonferenz an. Sie soll im Anschluss an eine Anhörung vor einem Gericht in Nashville stattfinden, die um 11.00 Uhr Ortszeit beginnt.
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