Sehr deutlich seien die Folgen der wenigen Niederschläge für den Wasserhaushalt, sagte Fred Hattermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). «Bäche und Quellen, insbesondere im Südwesten Deutschlands, sind zeitweise ganz versiegt, und die wichtigsten Wasserstraßen wie Rhein und Donau verzeichnen Rekordtiefstände.»
Dabei sei es nicht nur der wenige Regen, der die Wasserspeicher nicht ausreichend auffülle. «Durch die steigenden Temperaturen steigt die Verdunstung, wodurch die Landschaft mehr Wasser verliert, bevor es in das Grundwasser und die Oberflächengewässer gelangen kann», erklärte der Experte.
Wo regnete es am wenigsten - und wo am meisten?
Beim Niederschlag gab es klare regionale Unterschiede: Am Alpenrand summierte sich der Regen auf örtlich mehr als 400 Liter pro Quadratmeter, während am nördlichen Oberrhein stellenweise nur etwa 70 Liter pro Quadratmeter zusammenkamen. Die nach bisherigem Stand höchste Tagessumme des Sommers meldete Deisenhofen im Kreis München am 29. Juni mit 102 Liter pro Quadratmetern.
Besonders heftig wurde es am 19. August: Im brandenburgischen Fürstenwalde sowie in einem Korridor vom rheinland-pfälzischen Westerwald über Mittel- und Osthessen bis nach Westthüringen traten gleich mehrere Tornados auf.
Wie viele Sonnenstunden gab es?
Die Sonne schien mit 779 Stunden besonders lange – der Sommer 2026 zählt der vorläufigen Auswertung zufolge zu den fünf sonnigsten seit Beginn der Sonnenscheinreihe 1951. «Regional fiel die Bilanz noch üppiger aus: In Teilen Süddeutschlands summierte sich die Sonnenscheindauer örtlich auf rund 900 Stunden», teilte der Wetterdienst mit.
Welche Rolle spielt der Klimawandel?
«Eine DWD-Attributionsstudie zur Hitzewelle Ende Juni 2026 ergab: Ohne den Klimawandel wäre eine Hitzewelle dieses Ausmaßes statistisch unmöglich gewesen», hatte der Wetterdienst vorab mitgeteilt. Mit Attributionsstudien lässt sich abschätzen, inwieweit der vom Menschen verursachte Klimawandel die Wahrscheinlichkeit und Intensität individueller Wetter- oder Klimaextreme verändert hat.
«Mit jedem weiteren Jahr wird klarer, wie der menschgemachte Klimawandel konkret auf Wetterphänomene in Europa einwirkt und auf was wir uns in den kommenden Jahren und Jahrzehnten einstellen müssen», sagte Peter Hoffmann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. «Das grundlegende Wissen über die Ursachen und Zusammenhänge der absehbaren Entwicklungen ist seit Jahrzehnten bekannt.»
Wie viele Menschen starben aufgrund der Hitze?
Nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) sind bis Mitte August etwa 15.800 Menschen durch Hitze gestorben. 9.600 dieser Todesfälle entfielen auf die Extremhitze Ende Juni, wie es im letzten RKI-Wochenbericht hieß. Weitere 4.000 Sterbefälle seien auf die hohen Temperaturen in den ersten zwei Augustwochen zurückzuführen. Der Bericht betrachtet den Zeitraum vom 6. April bis zum 16. August.
In diesem Jahr sind damit wesentlich mehr Menschen aufgrund der Hitze ums Leben gekommen als in den vergangenen mindestens zehn Jahren. Laut RKI handelt es sich um konservative Schätzungen - die Zahl könne sogar noch höher liegen. Der medizinische Geschäftsführer der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, hatte erklärt, viele Fälle würden nicht als hitzebedingt erfasst, weil auf Totenscheinen etwa Organversagen stehe.