Trotz der Abschläge kann ein früher Start sinnvoll sein, wenn du deine Gesundheit oder private Pläne (z. B. Pflege von Angehörigen, Reisen) priorisierst. Durch die Möglichkeit, unbegrenzt hinzuzuverdienen, kannst du die finanziellen Einbußen durch einen Nebenjob oder Teilzeitarbeit auffangen. Zudem bleibt dir bei einer Teilrente von 99,99 % der Anspruch auf Sozialleistungen wie Krankengeld erhalten – ein Vorteil gegenüber Vollrentnern.
Besonders attraktiv ist die Flexirente für Menschen mit niedrigerem Einkommen, die durch einen gleitenden Übergang ihre finanzielle Situation stabilisieren möchten. Gut verdienende Fachkräfte sollten hingegen genau rechnen, da sie unter Umständen durch Steuern und Abgaben schlechter dastehen können als bei einem späteren Rentenbeginn. Eine individuelle Berechnung und Beratung durch die Deutsche Rentenversicherung ist hier wichtig.
Wie profitierst du von einem späteren Rentenbeginn?
Wer den Rentenbeginn hinauszögert, kann seine spätere Rente spürbar erhöhen: Für jeden Monat, den du über die Regelaltersgrenze hinaus arbeitest und keine Rente beziehst, erhältst du einen Zuschlag von 0,5 Prozent. Ein ganzes Jahr später bedeutet also sechs Prozent mehr Rente, zusätzlich zu den weiteren Rentenpunkten, die du durch deine fortlaufenden Beitragszahlungen sammelst.
Ein weiterer Vorteil: Nach Erreichen der Regelaltersgrenze bist du grundsätzlich versicherungsfrei in der Rentenversicherung, kannst aber freiwillig weiter Beiträge zahlen, um deine Rente zusätzlich zu steigern. Gleichzeitig entfällt die Pflicht zur Zahlung von Arbeitslosenversicherungsbeiträgen, was deine Nettoeinkünfte aus der Erwerbstätigkeit erhöht. Für viele Arbeitnehmer ist dies ein finanzieller Anreiz, noch einige Jahre länger im Job zu bleiben.
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Seit 2026 kommt die Aktivrente als weiterer Bonus hinzu: Arbeitnehmer dürfen nach Erreichen der Regelaltersgrenze bis zu 2.000 Euro monatlich lohnsteuerfrei verdienen. Das macht die Kombination aus Rente und Arbeit besonders für diejenigen attraktiv, die ihre Fachkenntnisse weiter einbringen möchten, ohne auf ihr gesamtes Einkommen zu verzichten. Wichtig ist jedoch, dass dieser Freibetrag nur für nichtselbständige Beschäftigung gilt und Minijobs ausgenommen sind.
Welche Risiken und Fallstricke solltest du beachten?
Trotz aller Flexibilität birgt die Flexirente auch Herausforderungen: Die Regelungen sind komplex und nicht immer leicht zu durchschauen. Besonders die Kombination aus Teilrente, Hinzuverdienst und steuerlichen Aspekten erfordert eine sorgfältige Planung, um unerwünschte Überraschungen zu vermeiden.
Ein oft übersehenes Risiko ist der mögliche Verlust von Sozialleistungen: Bei bestimmten Flexirente-Konstellationen kann der Anspruch auf Krankengeld, Arbeitslosengeld oder Kurzarbeitergeld erschwert oder sogar ausgeschlossen sein. Besonders die Teilrente von 99,99 Prozent wurde zwar eingeführt, um den Anspruch auf Krankengeld zu erhalten, doch hier gibt es Grauzonen, die im Einzelfall geprüft werden müssen.
Zudem solltest du deine gesundheitliche Belastbarkeit realistisch einschätzen: Wer länger arbeitet, setzt sich weiterhin beruflichen Stressoren aus. Ein gleitender Übergang kann hier helfen. Auch Teilzeitarbeit bedeutet nicht automatisch weniger Belastung. Eine frühzeitige Beratung durch die Deutsche Rentenversicherung oder einen unabhängigen Rentenberater ist daher durchaus empfohlen, um alle Optionen und Risiken abzuwägen.