Was der Westen hinter sich hat, steht dem Osten noch bevor. Vor allem im Nordosten und Südosten kann es spiegelglatt werden. Brandenburg hat die Präsenzpflicht an Schulen für Dienstag aufgehoben.
Während das Glatteis im Westen Deutschlands weitgehend abklingt, müssen sich Menschen im Osten und Südosten des Landes weiterhin auf gefährliche Wetterverhältnisse einstellen. Dort besteht voraussichtlich noch bis in die Frühstunden des Dienstags erhöhte Gefahr durch gefrierenden Regen und Glatteis, wie Meteorologin Sabine Krüger vom Deutschen Wetterdienst (DWD) sagte. Auch im Osten und Nordosten gehe im Laufe der Nacht der Regen vielfach in gefrierenden Regen über. «Daher muss dort ab heute Abend mit Glatteis gerechnet werden.»
Brandenburg: Präsenzpflicht an Schulen für Dienstag aufgehoben
In Brandenburg steht es den Eltern am Dienstag frei, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Die Präsenzpflicht sei für diesen Tag ausgesetzt, teilte das Brandenburger Bildungsministerium mit. Auch in anderen Bundesländern war der Schulbetrieb bereits eingeschränkt: In Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen fiel der Präsenzunterricht an den Schulen am Montag wegen der Glatteis-Gefahr landesweit aus. Ausnahmen gab es auf den Ostfriesischen Inseln. Auch in Hessen, Bayern und weiteren Bundesländern wurde der reguläre Unterricht an vielen Schulen abgesagt. Vielerorts wurde jedoch eine Notbetreuung angeboten.
«Es ist kein Schulfrei – die Schülerinnen und Schüler müssen schon arbeiten», betonte die nordrhein-westfälische Schulministerin Dorothee Feller (CDU) im WDR. Ziel sei es, gefährliche Schulwege zu vermeiden, nicht aber den Unterricht auszusetzen.
Unfälle, Todesfall und Einschränkungen
Am Morgen war es vielerorts spiegelglatt. In einem Teich in Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) wurde unterdessen die Leiche eines Mannes gefunden. Laut einer Polizeisprecherin handelt es sich um einen 40-Jährigen. Ein Zeuge hatte den Angaben zufolge dort einen Mann beim Eisbaden gesehen - dieser sei dann nicht wieder aufgetaucht.
Im Westen Deutschlands entspannte sich die Lage im Tagesverlauf, da mildere Luft von Westen ins Land zog. Zuvor hatte starker Regen auf den gefrorenen Böden für gefährlich glatte Straßen gesorgt. Im morgendlichen Berufsverkehr ging es auf mehreren Autobahnen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz nur sehr langsam voran. In Nordrhein-Westfalen waren vor allem die A4 und die A45 im Sauerland betroffen, wie auf dem Informationsportal des NRW-Verkehrsministeriums zu sehen war. In Hessen stockte der Verkehr unter anderem rund um Kassel. Es gab auch einige Unfälle und dadurch Staus.
Die Winterdienste waren vielerorts im Dauereinsatz. Man habe in mehreren Schichten die ganze Nacht hindurch vorbeugend Salz gestreut, teilten etwa die für den Winterdienst in Köln zuständigen Abfallwirtschaftsbetriebe mit.
Flug- und Bahnverkehr betroffen
Am Frankfurter Flughafen wurden am Morgen wegen Schnee und Glatteis rund 100 Flüge gestrichen. Auch an den Flughäfen in München und Nürnberg kam es zu witterungsbedingten Ausfällen. Bei der Bahn gab es Einschränkungen im Regionalverkehr, unter anderem in Niedersachsen und Hamburg. Im Fernverkehr drosselte die Bahn auf einigen Strecken die Geschwindigkeit der Züge. Insgesamt habe man jedoch einen guten Betriebsstart erlebt, sagte eine Sprecherin.