Es ist Sommer - zumindest wenn es nach der Uhrzeit geht. Wie Wissenschaftler die Uhr im Blick behalten und warum die Zeitumstellung in der Kritik steht.
In Deutschland und den meisten Ländern Europas hat die Sommerzeit begonnen. Die Uhren wurden in der Nacht von 2.00 Uhr auf 3.00 Uhr vorgestellt. «Es hat alles funktioniert», sagte Dirk Piester von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig.
Die sogenannte Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) gilt knapp sieben Monate. Am 25. Oktober werden die Uhren wieder auf die Normalzeit - auch Winterzeit genannt - zurückgestellt.
Wie Wissenschaftler die Uhrzeit überwachen
Um den reibungslosen Ablauf kümmerten sich Wissenschaftler der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. Sie achteten darauf, dass über einen Langwellensender mit dem Namen «DCF77» in Mainflingen bei Frankfurt/Main alle nötigen Uhren mit der gesetzlichen Zeit versorgt wurden.
«Das ist alles vorher programmiert und getestet», sagte Piester. Sicherheitshalber habe er nachts trotzdem die Funkuhr im Blick behalten - und es lief wieder reibungslos. «Die Zeitumstellung selbst kann nicht schiefgehen.»
Warum es Kritik an der Zeitumstellung gibt
Die Zeitumstellung wurde 1980 eingeführt - mit dem Ziel, das Tageslicht besser auszunutzen. Abends ist es jetzt länger hell. Damit steigen die Chancen, nach der Arbeit noch etwas Sonne abzubekommen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien weisen darauf hin, dass Tageslicht unser Wohlbefinden positiv beeinflusst.
Doch es gibt auch Kritik. Die Umstellung sorge für Verwirrung und könne die innere Uhr durcheinanderbringen, argumentieren Gegner. Manche Menschen klagen über Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Migräne. Auch das Risiko für Herz-Kreislauf- und Darm-Erkrankungen sowie für Schlaganfälle ist laut Studien erhöht.
EU-Staaten finden keine gemeinsame Position
Für eine Abschaffung der Zeitumstellung bräuchte es eine europaweite Lösung, die nicht in Sicht ist. Die Europäische Kommission hatte zwar 2018 vorgeschlagen, die Zeitumstellung in der EU zu beenden, weil sich zuvor mehr als 80 Prozent der Teilnehmer einer Online-Befragung dafür ausgesprochen hatten. Von 4,6 Millionen Antworten kamen damals etwa 3 Millionen aus Deutschland.