Für diese Information gab es allerdings keine Bestätigung durch unabhängige Quellen. Das Meeresmuseum konnte in den vergangenen Wochen keine eigenen Fotos von der Fluke machen.
Neben einem Foto von der Fluken-Unterseite können der Tierschutzorganisation WDC zufolge auch auffällige Merkmale wie ein Narbenmuster auf der Haut zur Wiedererkennung eines Wals dienen.
Landesumweltminister warnt vor Spekulationen
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) rechnet zunächst nicht mit schnellen Befunden zur Identität des toten Wals. Er betonte, das Ministerium stehe seit der Nacht in engem Kontakt mit dem Bundesumweltministerium und mit der dänischen Umweltbehörde. Ziel sei, zu erfahren, ob es sich bei dem toten Wal um das Tier handle, das zuvor mehrfach in der Wismarbucht gestrandet sei.
Solange keine gesicherten Informationen vorliegen, beteilige er sich nicht an Spekulationen. Davon rate er auch allen ab, die «nun wieder in den sogenannten sozialen Medien Verschwörungstheorien verbreiten oder solchen aufsitzen», sagte der Minister weiter.
Drama um Walrettung
Der vor der deutschen Küste gestrandete Wal hatte wochenlang Schlagzeilen gemacht. Das bislang letzte Kapitel der Saga war ein tagelanger Transport der privaten Rettungsinitiative in die Nordsee. Wie dieser genau endete, war aber bis zuletzt unklar. Fotos oder Videos vom Freisetzen existieren nach Aussage der Initiative nicht. Unklar blieb auch, in welchem Zustand das geschwächte und vom Hin und Her im Kahn verletzte Tier zu diesem Zeitpunkt war.
Es gibt bislang keine belastbaren Daten dazu, wo das Tier ist. Ein GPS-Sender liefere weiterhin keinerlei Signale zur Ortung, hieß es jüngst von der Privatinitiative. Es gebe überhaupt keine Daten mehr. Experten von Tierschutzorganisationen hatten die langfristigen Überlebenschancen des Wals übereinstimmend als sehr gering eingeschätzt.
Vor dem Freisetzen des Buckelwals am 2. Mai soll nach Angaben der Initiative ein GPS-Sender an der Rückenfinne angebracht worden sein, der stetig Ortsdaten liefern sollte. Ob dies tatsächlich erfolgte, ließ sich nicht durch unabhängige Quellen verifizieren. Nach dänischen Angaben wurde bei dem vor Anholt entdeckten Kadaver kein Sender gefunden.
Der vor Deutschland gestrandete Bulle war Anfang März erstmals in der Ostsee gesehen worden. In den etwa 60 Tagen bis zum Transport lag er rund zwei Drittel der Zeit in Flachwasserzonen. Mit einem Lastkahn wurde er von der Insel Poel aus in die Nordsee gebracht.
Mehrfach gestrandet
Der Buckelwal war nach Angaben der Behörden zunächst im Hafen von Wismar aufgetaucht. In der Nacht zum 23. März strandete er auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein. Dem Tier gelang es, das flache Wasser über eine ausgehobene Rinne zu verlassen.
Danach nahm es aber nicht Kurs aufs offene Meer und Richtung Norden, sondern schwamm wieder Richtung Wismar. Schließlich schwamm es in die Kirchsee genannte flache Bucht der Insel Poel. Dort strandete es erneut, schwamm sich zwischenzeitlich frei, lag aber weniger Stunden später am Ausgang der Bucht wieder fest.
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hatte Mitte April entschieden, eine private Rettungsinitiative zu dulden. Sie wurde von Mediamarkt-Gründer Walter Gunz und der Unternehmerin Karin Walter-Mommert finanziert.