Lage an Atlantikküste bleibt ungünstig
Die Lage zur Eindämmung und Bekämpfung der Brände blieb unterdessen schwierig. Es wurden erneut Temperaturen von bis zu 39 Grad in der Region erwartet. Wie die Präfektur des Départements Landes mit Blick auf den Brand in Biscarrosse am Morgen mitteilte, sei das Feuer noch nicht unter Kontrolle. Es wehe Wind, die Lage bleibe weiter sehr unbeständig und ungünstig.
Unterstützung bei den Löscharbeiten erhält Frankreich auch über den Hilfsmechanismus der Europäischen Union. Wie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte, kämen zur Unterstützung unter anderem zwei Löschflugzeuge aus Kroatien sowie Hubschrauber aus Tschechien und der Slowakei.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bot Frankreich Unterstützung an. Die Waldbrände in Frankreich hätten verheerende Auswirkungen und er habe Präsident Emmanuel Macron Mitgefühl ausgesprochen, schrieb der Kanzler in einer französischsprachigen Mitteilung auf der Plattform X. «Wir sind bereit, Frankreich im Rahmen des EU-Katastrophenschutzmechanismus zu helfen. Unsere Gedanken sind bei den Betroffenen und den Einsatzkräften.»
Spanien ruft Notstand aus
Wegen der schweren Waldbrände hat Spanien für die Umgebung der Hauptstadt Madrid und eine weitere Region den Notstand ausgerufen. Das Innenministerium kündigte in der Nacht die Entsendung weiterer Kräfte zur Bekämpfung der Flammen an. Das operative Kommando übernahm eine militärische Kriseneinheit, die direkt bei der Regierung angesiedelt ist. Zudem steht mit der Ausrufung eines «Notstands von nationaler Tragweite» mehr Geld zur Verfügung.
Nach einem Bericht des öffentlich-rechtlichen Senders RTVE ist dies das erste Mal, dass wegen Waldbränden ein solcher Notstand erklärt wird. Wegen der Brände mussten inzwischen mehr als 20.000 Menschen ihre Häuser verlassen, die meisten davon im Großraum Madrid. In der nordwestlich davon gelegenen Region Ávila wurden etwa 1.500 Anwohnerinnen und Anwohner evakuiert. In mehreren Gemeinden bedrohten die Flammen sogar das Zentrum.
Wetterlage am Freitag «besonders ungünstig»
Viele warten in Notunterkünften, bei Familienangehörigen oder Freunden darauf, dass sie zurückkönnen - ohne dass es dafür einen konkreten Termin gibt. Befürchtet wird, dass noch mehr Menschen evakuiert werden müssen, weil die Feuer nicht mehr unter Kontrolle gehalten werden können.
Die Brände in Spanien bedrohen auch eine Station der Nasa in der Sierra Oeste, der westlichen Gebirgskette der Region Madrid. Das Feuer sei praktisch bis in den Madrider Tiefraum-Kommunikationskomplex in Robledo de Chavela, rund 50 Kilometer westlich der spanischen Hauptstadt, vorgedrungen, sagte der Leiter des Betriebs, Raúl Alonso, der Zeitung «ABC». Die rund 50 Mitarbeiter der Station sowie die Bewohner der Gemeinde seien in Sicherheit gebracht worden. «Wir hoffen, dass zumindest ein Teil der Systeme nicht beschädigt wurde», sagte Alonso. Die Station verfügt über sechs Antennen.
Das Innenministerium warnte für Freitag vor «besonders ungünstigen» Wetterbedingungen: Starke Windböen könnten die Brände weiter anfachen. Insgesamt sind in Spanien dieses Jahr bereits mehr als 125.000 Hektar Land verbrannt.