Das München zwei Tiere bekommt, sei «an höchster Stelle» entschieden worden, berichtete Söder und sprach von einer besonderen Auszeichnung. Weltweit lebten nur 51 Pandas außerhalb Chinas. Zwei davon sind übrigens seit 2017 im Berliner Zoo, dank der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Auch Frankreich darf auf zwei Tiere hoffen.
Der chinesische Botschafter Deng Hongbo nannte den Vertrag einen Ausdruck des Wunsches, die Beziehungen zu Bayern zu vertiefen. Pandas seien in China ein nationaler Schatz, ein Zeichen der Freundschaft und ein Symbol des Friedens, sagte er.
«Bambus and Pretzels»?
Doch es geht nicht nur um China. Söder hofft, mit den Bären und ihrem hohen Niedlichkeitsfaktor auch insgesamt wirtschaftlich zu punkten, schließlich sei Bayern in einem weltweiten Wettbewerb um Hightech, Investitionen, Firmen und Arbeitsplätze. «Dazu gehört auch Attraktivität. Unternehmen kommen auch, wenn die Kulisse passt», ist der CSU-Politiker überzeugt. Gerne nach dem Motto: «Bambus and Pretzels», wie Söder auf die Anmerkung eines Journalisten reagierte. «Wir überlegen uns diesen Slogan.»
Was Kritiker bemängeln:
Hohe Kosten
Ein wichtiger Punkt in Zeiten angespannter öffentlicher Kassen: die Kosten. Der Freistaat finanziert den Neubau des Pandageheges, das 18 Millionen Euro kosten soll. Geld, das laut Söder bereits im Haushalt veranschlagt ist. Hinzu kommt die Artenschutzabgabe, die China für die Leihgabe verlangt. Rund eine Million Euro im Jahr soll sie hoch sein, dem Vernehmen nach will der Freistaat das mit der Stadt München als Trägerin des Tierparks gemeinsam stemmen.
Auch nicht ohne: die Unterhaltskosten, über die Söder bestens informiert ist. «Sie werden bis zu 1,80 Meter groß oder lang, wiegen zwischen 70 und 130 Kilo und fressen 14 Stunden am Tag, täglich bis zu 18 Kilo Bambusblätter», sagt Söder. Verena Dietl, Dritte Bürgermeisterin von München und Aufsichtsratsvorsitzende von Hellabrunn, hat da aber keine Bedenken und verweist auf höhere Einnahmen, wenn künftig mehr Menschen in den Zoo kommen, um die Pandas zu sehen. Es sei deshalb auch nicht geplant, die Tickets wegen der Pandas teurer zu machen. Eine Attraktion wird dafür allerdings weichen. Die Paviane sollen abgegeben werden.
Pro Wildlife kritisiert Massenzucht
Die Organisation Pro Wildlife lehnt Panda-Deals ab. «Die Haltung und Zucht von Pandas in westlichen Zoos ist kein Beitrag zum Artenschutz, sondern ein finanzielles und politisches Geschäft auf dem Rücken der Tiere», ist man bei der Organisation überzeugt. Pandas würden in China seit Jahrzehnten in Zuchtstationen «wie am Fließband produziert». Diese Massenzucht trage nicht zum Erhalt der wildlebenden Population bei, zumal kaum Tiere ausgewildert würden. Zudem hätten die in Gefangenschaft gezüchteten Pandas mit ihren wilden Artgenossen nur noch das Aussehen gemein und in Freiheit kaum Überlebenschancen.
Bedrohung des natürlichen Lebensraumes
In der Tat gelten wildlebende Pandabären als gefährdet. Fast die Hälfte der wildlebenden Populationen sei vom Aussterben bedroht. «Nur wenn es gelingt, die Bambuswald-Lebensräume und Wanderrouten der Pandas in China zu schützen, kann die Art langfristig überleben», sagte Pro Wildlife-Sprecherin Laura Zodrow. Die Millionen für neue Pandagehege und Leihgebühren sollten lieber in den Schutz dieser Lebensräume fließen.