Die Bank alarmierte die Einsatzkräfte. Die Feuerwehr rückte mit 87 Kräften aus, ein Trupp mit Chemieschutzanzügen und Atemschutz führte Messungen durch. Sie stellten eine unbekannte Flüssigkeit an Türen fest, eine Gefahr für die Gesundheit habe nicht bestanden.
Warum die Täter Flüssigkeit versprühten
Der Hausmeister stellte schließlich Einbruchspuren fest, wie die Polizei weiter mitteilte. Türen, die nicht offen stehen sollten, hätten offen gestanden. Die unbekannte Flüssigkeit mit dem starken Geruch sei wahrscheinlich nur ein Ablenkungsmanöver gewesen, meint der Polizeisprecher. Manche Täter wollen so die Arbeit der Beamten verzögern oder ihre Spuren verwischen.
Laut Zeugen könnte es sich um drei Einbrecher handeln, sagte der Polizeisprecher. Sie sollen blaue Overalls getragen haben und vermutlich mit einem schwarzen Auto geflüchtet sein. Die Polizei sucht nach weiteren Zeugen und bittet um Hinweise zu den Tätern und dem Fluchtwagen. Anwohner sollten ihre Überwachungskameras überprüfen.
Zwischen Wut und Hoffnung
«Wir haben zahlreiche Anrufe», sagt der Polizeisprecher. «Weil die Kunden in erster Linie auch bei uns einmal anrufen und die totale Sorge haben, dass ihr persönliches Schließfach angegangen wurde.» Die Bank richtete eine Hotline ein und verspricht, alle Betroffenen noch am Wochenende persönlich zu informieren.
Die Ungewissheit sei schwer auszuhalten, meint auch Stephan Drettmann, der am Samstag vor der Filiale steht und auf mehr Informationen hofft. «Ist eine etwas schwierige Situation», sagt der Schließfachbesitzer. «Es ist auch nicht so ganz unerheblich, was dann weg wäre.»
Eine andere Kundin schüttelt aufgebracht den Kopf. «Ich bin eigentlich sauer», meint die Frau. «Die Leute haben ihre Ersparnisse da. Das Vertrauen ist hin.» Wie konnten die Täter in der Mittagspause über einen Schacht unbeobachtet in den Tresorraum eindringen? Sie verstehe nicht, warum die Bank ihr Sicherheitskonzept nach dem Einbruch in Gelsenkirchen nicht verschärft habe.
Bank: Sicherheit wird regelmäßig geprüft
Die Bank weist die Vorwürfe von sich. «Unsere Sicherheits- und Schutzvorkehrungen entsprechen den aktuellen, banküblichen Standards und werden regelmäßig überprüft», betont eine Mitarbeiterin der Filiale. «Dazu zählen sowohl bauliche als auch organisatorische Maßnahmen.» Am Montag soll der Betrieb in der Geschäftsstelle normal weitergehen.
Bankkunde Klaus Hriesik hat kein Verständnis. Es sei tragisch, dass die Bank nicht besser geschützt sei. «Am helllichten Tag mittags steigen die kleinen Gangster hier ein», sagt der Besitzer eines Schließfachs. «Das Ganze kann man nur als grob fahrlässig betrachten.»