Ein 21-jähriger Slowake wurde in den Wölzer Tauern in der Steiermark von einem Schneebrett verschüttet, wie die Behörden berichteten. Er starb unter den Schneemassen.
Vater und Sohn von Schneebrett mitgerissen
Zuvor waren bereits fünf Menschen ums Leben gekommen. In St. Anton am Arlberg starben ein US-Bürger, ein Pole und ein 21-jähriger Österreicher durch ein gewaltiges Schneebrett, das fast einen Kilometer weit ins Tal rauschte.
Im Tiroler Skigebiet Nauders wurde laut Polizei ein 42-jähriger Skifahrer aus Thüringen abseits der Piste von einer Lawine erfasst und getötet. Sein 16-jähriger Sohn habe schwer verletzt überlebt. Die beiden wollten demnach einen Nordhang queren, als sich ein rund 400 Meter breites Schneebrett löste und beide Wintersportler etwa 200 bis 300 Meter mitriss. Ein weiterer Lawinentoter wurde von der Polizei in Fiss in Tirol gemeldet. Der 71-jährige Niederländer trug kein Lawinensuchgerät, das im Notfall das Auffinden erleichtern kann.
In Österreich starben in dieser Saison bereits 20 Menschen bei Lawinenabgängen. Damit ist die durchschnittliche Zahl der Lawinenopfer in der gesamten Wintersaison bereits erreicht.
Leiche von vermisstem Touristen in der Tatra gefunden
In der Hohen Tatra fanden slowakische Retter nach mehrtägiger Suche die Leiche eines vermissten Touristen. Alles deute darauf hin, dass es sich bei dem Toten um einen 30-jährigen Mann handelte, der seit der vergangenen Woche im Grenzgebiet zu Polen verschwunden sei, sagte ein Sprecher der polnischen Bergwacht der Nachrichtenagentur PAP.
Der Mann war am 14. Februar mit der Seilbahn auf den Berg Kasprowy Wierch gefahren, wie Aufzeichnungen von Überwachungskameras zeigten. Danach verlor sich seine Spur. Eine am Mittwoch begonnene Suchaktion mit Spürhunden und Hubschraubern führte die Retter am Donnerstag in ein Lawinengebiet. Wegen schlechter Witterungsbedingungen musste die Rettungsaktion zwischenzeitlich abgebrochen werden. In den vergangenen zwei Wochen hat es bereits vier Lawinentote in der Hohen Tatra gegeben.
Bei einsetzendem Tauwetter in der Region stuft die polnische Bergwacht die Lawinengefahr derzeit als moderat ein. Die Schneedecke sei an steilen Hängen nur schlecht mit dem Untergrund verbunden. Eine Lawinenauslösung sei an einigen Stellen bei großer Zusatzbelastung möglich, ein spontaner Abgang größerer Lawinen aber unwahrscheinlich, hieß es.
Weiler in Frankreich von Außenwelt abgeschnitten
In den nördlichen französischen Alpen haben am Samstag mehrere Lawinenabgänge im Oisans-Massiv (Isère) zwei Weiler isoliert. In Allemond, nahe Alpe d’Huez, wurde die einzige Zufahrtsstraße durch eine außergewöhnlich starke Lawine auf über einem Kilometer verschüttet. Die Straße ist der einzige Zugang zu einem der Weiler, der nun völlig von der Außenwelt abgeschnitten ist.
In Articol hat eine heftige Lawine mehrere Fahrzeuge unter großen Schneemassen und umgestürzten Bäumen begraben. Verletzt wurde nach Angaben der Behörden niemand, der Lawinenabgang kam am Ortseingang zum Stillstand.
Rumänien ringt mit Schneemassen
Starke Schneefälle registrierte auch das südosteuropäische Land Rumänien. An den beiden Flughäfen der Hauptstadt Bukarest kam es deshalb am Samstagvormittag zu Verspätungen. Am Sonntagmorgen maßen die Meteorologen in Bukarest bis zu 36 Zentimeter Neuschnee. In den Bergen der Karpaten fielen sogar bis zu 1,8 Meter Schnee, berichtete das Nachrichtenportal «hotnews.ro».
Im Dorf Vadu Parului, 80 Kilometer nördlich von Bukarest, brachten die Schneemassen das Dach einer Stallung zum Einsturz. 30 Schafe und Ziegen fanden infolgedessen den Tod, berichtete die Nachrichtenagentur Mediafax unter Berufung auf die lokale Feuerwehr.