Eine Ticketkontrolle endet für den Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz tödlich. Die Trauer kommt nicht allein. Forderungen werden laut, denn Gewalt gegen Bahnangestellte gibt es oft.
Er hat nur seinen Job gemacht und ist dabei getötet worden. Bei einer Ticketkontrolle im Regionalzug griff ein Fahrgast den Zugbegleiter an - und versetzte ihm so schwere Faustschläge gegen den Kopf, dass er lebensgefährlich verletzt wurde. Der Regionalexpress hatte kurz zuvor den Bahnhof Landstuhl im Kreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz verlassen. Keine zwei Tage nach der Tat starb der 36-Jährige, der in Ludwigshafen zu Hause war, im Krankenhaus in Homburg.
Was war der Hintergrund der Attacke? Nach Angaben der Polizei hatte der spätere Angreifer keinen Fahrschein dabei. Als der Bahnmitarbeiter Serkan C. ihm sagte, er solle den Zug verlassen, prügelte er los. Bei dem mutmaßlichen Täter handele es sich um einen 26 Jahre alten Griechen ohne Wohnsitz in Deutschland - gegen ihn sei Haftbefehl ergangen.
Der Tatverdächtige schweige bisher zu den Vorwürfen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Zweibrücken. Eine für heute angeordnete Obduktion soll die genaue Todesursache klären. Eine Waffe sei bei der Tat wohl nicht zum Einsatz gekommen.
«Rohe und sinnlose Gewalt»
Die Tat löste bundesweit Entsetzen aus. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) zeigte sich fassungslos. «Es ist furchtbar, dass ein Kundenbetreuer bei der normalen Ausübung seiner Arbeit ums Leben kommt – getötet durch rohe und sinnlose Gewalt.»
Auch die Regierungschefs von Rheinland-Pfalz, Alexander Schweitzer, und des Saarlandes, Anke Rehlinger (beide SPD), sagten, sie seien «geschockt». «Diese schreckliche Gewalt gegen jemanden, der einfach seinen Job macht, lässt uns wütend und traurig zurück», teilten sie mit. «Der Opferschutzbeauftragte von Rheinland‑Pfalz wird der Familie Unterstützung anbieten», teilte Schweitzer zudem mit.
Bahn-Chefin Evelyn Palla schrieb in einem Beitrag auf der Plattform Linkedin, der Tod des Mitarbeiters mache sie «fassungslos und traurig». «Wir alle müssen uns die Frage stellen, warum es immer wieder zu solchen Gewaltausbrüchen kommt.» Es sei ein schwarzer Tag für alle Eisenbahnerinnen und Eisenbahner, ihr tiefes Mitgefühl gelte den Angehörigen, Freunden und Kollegen.
Schweigeminute der Eisenbahner
Die Deutsche Bahn und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) rufen nun zu einer Schweigeminute auf. «Wir sind erschüttert und trauern um unseren Kollegen», teilte der EVG-Vorsitzende Martin Burkert mit. «Heute steht die Eisenbahnerfamilie still.»