Kinder unter 16 und Senioren ähneln sich allerdings in einem Punkt: Bei beiden war fast jeder zweite Verkehrstote zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs. Bei den Erwachsenen unter 65 Jahren war es nicht einmal jeder Fünfte.
Regeln und Technik: Verkehrssicherheit nimmt zu
Trotz der weiterhin hohen Opferzahlen sind die Straßen in Deutschland deutlich sicherer geworden. 1999 starben noch fast 7.800 Menschen bei Verkehrsunfällen - mehr als doppelt so viele wie 2025.
Dazu beigetragen haben sicherere Fahrzeuge mit stabileren Karosserien und Airbags, eine bessere Infrastruktur, schnellere Rettung sowie neue Regeln. Beispiele sind Tempo 100 auf Landstraßen, die Helmpflicht für Motorradfahrer, die Gurtpflicht und die 0,5-Promille-Grenze.
Auch die Zusammensetzung der Opfer hat sich verändert: 1999 waren fast 60 Prozent Pkw-Insassen. Fußgänger und Radfahrer kamen zusammen auf etwa ein Fünftel; 2025 waren es rund ein Drittel.
SUVs im Fokus bei tödlichen Fußgänger-Unfällen
Bei der Rolle von SUVs ist die Studienlage nicht eindeutig. Eine Analyse der Björn Steiger Stiftung kam Ende 2024 für Deutschland zu dem Schluss, dass diese Fahrzeuge nicht gefährlicher seien als andere Pkw-Kategorien. Ihr Anteil an tödlichen Unfällen liege unter ihrem Anteil am Fahrzeugbestand.
Zwei jüngere Untersuchungen mit Daten vor allem aus den USA kommen dagegen zu einem anderen Ergebnis: Je höher die Fahrzeugfront, desto häufiger endet ein Zusammenstoß für Fußgänger und Radfahrer tödlich. Nach einer Auswertung der «New York Times» kamen zwischen 2016 und 2024 rund 3.000 Fußgänger bei Zusammenstößen mit SUVs und Pick-ups ums Leben, die einen Unfall mit einem herkömmlichen Pkw möglicherweise überlebt hätten.
Eine britische Studie von 2025 beziffert das Risiko zu sterben im Vergleich zu herkömmlichen Pkw für Erwachsene auf plus 44 Prozent, für Kinder auf plus 82 Prozent und für Kinder unter zehn Jahren auf plus 130 Prozent.
Als Gründe gelten unter anderem die höhere Kollisionszone am Körper und die Gefahr, unter das Fahrzeug zu geraten. Zudem kann die große Karosserie das Sichtfeld des Fahrers beeinträchtigen. Grundsätzlich aber gilt: Vor allem die Geschwindigkeit bestimmt die Schwere eines Unfalls.
Und wie sieht es bei E-Autos aus?
Eine Studie der Unfallforscher der Versicherer (UDV) kommt zu dem Schluss, dass Elektrofahrzeuge im Allgemeinen kaum mehr Schäden verursachen als Verbrenner. Häufiger kommt es jedoch zu Fußgängerunfällen beim Anfahren, Rückwärtsfahren oder Abbiegen bei schlechter Sicht. Es gebe Hinweise, dass Fußgänger E-Autos trotz der seit 2021 vorgeschriebenen Geräusche bei niedrigen Geschwindigkeiten schlechter wahrnehmen, so die UDV.
Schon Unfalltote vor Driscoll
Driscoll war natürlich nicht die erste Verkehrstote: Schon zuvor waren Menschen von Pferden umgerannt, von Kutschen erfasst oder von Eisenbahnen getötet worden. Die irische Naturwissenschaftlerin Mary Ward etwa fiel am 31. August 1869 aus einem selbstgebauten Fahrzeug und wurde von diesem überfahren. Ward gilt als erster dokumentierter Mensch, der unter den Rädern eines motorisierten Fahrzeugs ums Leben kam.
In Gerichtsverhandlungen nach den Unfällen von Ward und Driscoll wurde jeweils erklärt, ein solcher Tod möge der letzte seiner Art sein. Der Wunsch erfüllte sich nicht. Wenige Wochen nach Driscolls Tod kündigte im November 1896 die Londoner General Accident Co. als eines der ersten Versicherungsunternehmen eine Kraftwagenversicherung an.