Lange wird nach einer Familie gesucht, dann ist klar: Vater, Mutter und Kind sind in den Trümmern ihres Hauses ums Leben gekommen. Viele Hintergründe der Explosion sind noch unklar.
Es ist noch stockdunkel und eiskalt, als die Menschen in Albstadt im Süden Baden-Württembergs mit einem Schlag aus dem Schlaf gerissen werden. In einem ruhigen Wohngebiet kommt es zu einer Explosion in einem Wohnhaus. Die Wucht der Detonation ist so groß, dass auch an Nachbargebäuden die Dächer beschädigt oder die Fenster eingedrückt werden. Von dem betroffenen Gebäude selbst sind nur Trümmer übrig, eine Dachgaube liegt auf Augenhöhe der Rettungskräfte auf dem Schutthaufen.
Lange ist unklar, ob vor dem Einsturz Bewohner in dem Haus waren. Die Trümmerschichten müssen Stück für Stück von Hand abgetragen werden. Weil Menschen unter Steinen und Holz vermutet werden, könnten keine Maschinen zum Einsatz kommen, erläutert die Feuerwehr. Auch sonst ist der Einsatz schwierig. Zwischendurch setzt Schneefall ein und der Winterdienst muss gegen die spiegelglatte Straße weiterhelfen.
Drei Menschen sterben in den Trümmern
Am Nachmittag kommt dann die bittere Nachricht: Drei Menschen sind bei dem Unglück ums Leben gekommen, wie die Polizei mitteilt. Bei den Toten handelt es sich um eine Familie: den 33 Jahre alten Vater, die 30 Jahre alte Mutter und ein sechsjähriges Kind. Die Stadtverwaltung zeigte sich erschüttert: «Wir trauern um die drei Opfer dieses tragischen Unglücks! Unser Beileid gilt der Familie, den Freunden und Angehörigen», heißt es auf der Website.
Die Ursache für die Explosion ist laut Polizei noch völlig unklar. Einen Anschlag könne man nach derzeitigem Stand aber ausschließen, sagte eine Sprecherin. Es werde geprüft, ob die Explosion möglicherweise im Zusammenhang mit einem Gasaustritt stehe. Albstadts Oberbürgermeister Roland Tralmer (CDU) hatte von einer Gasexplosion gesprochen und betont, es gebe keinen Anlass zur Befürchtung weiterer Explosionen, die Gaszufuhr in der gesamten Straße sei unterbrochen worden.
Bei der Explosion wurden auch mehrere Nachbargebäude beschädigt. Bei sieben bis neun Gebäuden im direkten Umfeld seien Schäden an Dächern entstanden oder Fenster eingedrückt worden, sagt eine Sprecherin der Stadtverwaltung.
Man habe als Stadt bereits mehrere Handwerksbetriebe damit beauftragt, die Gebäude schnellstmöglich wieder bewohnbar zu machen, so die Sprecherin. «Inwieweit das noch heute möglich ist, können wir noch nicht sagen.» Man habe eine Notunterkunft eingerichtet, in der derzeit zwischen 20 und 30 Anwohner betreut würden.
Am Abend teilte die Sprecherin dann mit, dass nahezu alle Anwohner wieder zurück in ihre Häuser kehren könnten. Bis auf die Bewohner eines Hauses. Diese seien von der Stadt in einem Hotel untergebracht worden.