Schwere Kritik an Elite-Uni
Vergangene Woche trat der 41-Jährige schließlich von seiner Cambridge-Professur zurück. Zuvor hatte die Uni eine Untersuchung zu seiner Ernennung und Tätigkeit angekündigt. Nach Angaben von BBC und PA sagte Arday zuletzt mehrere Veranstaltungen ab.
In einem Rücktrittschreiben wies er die gegen ihn erhobenen Plagiatsvorwürfe zurück. Sein Rücktritt sei «der einzige Weg, dieses Kapitel zu beenden», heißt es in dem Schreiben. Dieser solle nicht als «Zustimmung zu den Darstellungen verstanden werden». «Kritik ist zwar ein unvermeidlicher Bestandteil des akademischen Lebens, doch was ich erlebt habe, geht weit über wissenschaftliche Meinungsverschiedenheiten hinaus.»
Durch den Fall war auch die Universität Cambridge massiv in die Kritik geraten. Leiterin Deborah Prentice hatte zuletzt mitgeteilt, eine Untersuchung rund um Arday werde «unabhängig durch hochrangige Wissenschaftler aus Cambridge und von außerhalb» durchgeführt.
«Ich weiß, dass es im Zusammenhang mit diesem belastenden und schwierigen Fall Wut und Besorgnis gibt», sagte sie. Den Fall bezeichnete sie als Ausnahme und betonte, dass dieser nicht dazu genutzt werden sollte, die Legitimität der wissenschaftlichen Arbeit nicht-weißer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter infrage zu stellen. Auch die Universitäten Durham und Glasgow, an denen Arday tätig war, kündigten Untersuchungen an. Eine Professorin der Universität Cambridge bezeichnete den Fall zuletzt laut PA als «Geschenk» für alle, die gegen Vielfalt an Hochschulen vorgehen würden.
Kritik an Umgang mit Vorwürfen
Wenige Stunden nachdem britische Medien am Freitagabend zahlreiche Eilmeldungen zu dem Tod von Arday verschickt hatten, äußerte sich auch die Angehörigen der Nachrichtenagentur PA zufolge.
Seit seiner Professur an der Universität Cambridge sei Arday «einer anhaltenden Hetzkampagne» ausgesetzt gewesen, heißt es demnach in dem von seinem Verlag Simon & Schuster UK verschickten Statement der Familie. Auch von einer «Kampagne der Falschinformationen» ist die Rede. Arday sei ein «sanftmütiger Mann» gewesen, der «immer das Beste in jedem sehen wollte».
Kritik am öffentlichen Umgang mit den Vorwürfen kam auch von Londons Bürgermeister Sadiq Khan. Arday sei öffentlich bloßgestellt worden und einer «Welle von Beschimpfungen» ausgesetzt gewesen, behauptete der Labour-Politiker in einem X-Beitrag. Die Labour-Abgeordnete für den Londoner Wahlkreis Clapham und Brixton Hill, Bell Ribeiro-Addy, sprach beim Sender Sky von einer medialen «Hexenjagd».
Ende August sollen die Memoiren von Arday in Großbritannien erscheinen. Der Verlag Simon & Schuster UK bezeichnete «Great and Unfortunate Things» als ein Buch über «Widerstandsfähigkeit und Liebe».