Wer am Computer oder an der Konsole zockt, dem ist geholfen mit einem guten Arbeitsspeicher. Doch wegen der boomenden KI-Industrie sind Computerchips ein rares Gut - das hat Folgen für die Gamer.
Hohe Preise machen Deutschlands Computerspielern zu schaffen. Wie aus einer Marktanalyse des Branchenverbandes Game hervorgeht, sorgten sie für eine Kaufzurückhaltung bei den Konsumenten: Die Ausgaben für Games-Hardware sanken im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Prozent auf 1,3 Milliarden Euro.
Das liege an der Knappheit von Computerchips und gestiegenen Preisen, die eine Folge der hohen Chip-Nachfrage für Künstliche-Intelligenz-Rechenzentren sei, sagte der Geschäftsführer des Branchenverbandes Game, Felix Falk. «Mit gesteigerten Preisen bei der Hardware geht auch ein verminderter Umsatz bei den Käufen einher.»
Die Gaming-Branche spreche schon von «RAMageddon», so Falk. Gemeint ist eine ironisch zugespitzte Wortschöpfung aus Arbeitsspeicher (RAM/Random Access Memory) und Armageddon, also dem Weltuntergang. Bei Gaming-PCs schlügen die hohen Speicherpreise besonders stark durch, erklärte der Branchenfachmann. «Wann es vorbei ist mit dem RAMageddon, das wüsste ich auch gern: Das ist sehr stark abhängig von der Entwicklung der KI.» Wenn so viele Rechenzentren geplant und gebaut werden, werde es schwer für die Chip-Produktion, Schritt zu halten.
Der Umsatzeinbruch beim Hardware-Geschäft liegt allerdings nicht nur an höheren Preisen, sondern auch an normalen Marktzyklen. Im Frühjahr kam die Spielekonsole Nintendo Switch 2 auf den Markt, weswegen viele Fans die Geldbörse zückten. Auch deswegen zog der Hardware-Umsatz im ersten Halbjahr 2025 an, nun geht es wieder bergab. «Diejenigen, die sich vor kurzer Zeit eingedeckt haben mit einer neuen Konsole, die sagen sich, "jetzt warte ich mal ab"», so Falk.
Der Gaming-Umsatz in Deutschland sank den Angaben zufolge im ersten Halbjahr um drei Prozent auf rund 4,2 Milliarden Euro. Hierbei inbegriffen ist der Verkauf von Spielen - dieses Marktsegment sank um ein Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Online-Gaming-Dienste wiederum, bei denen Cloud-Dienste drin sind, kletterten um drei Prozent auf 0,6 Milliarden Euro.
Massen-Event Gamescom steht vor der Tür
Verbandsvertreter Falk warf zudem einen Blick auf die weltgrößte Computer- und Videospiele-Messe Gamescom, die nächste Woche in Köln stattfindet. Bei dem Branchenevent stehen die Zeichen auf Wachstum: Erwartet werden mehr als 1600 Aussteller und damit so viele wie noch nie. Im bisherigen Rekordjahr 2025 waren es 1.568 gewesen. Gut zwei Drittel der Aussteller kommen in diesem Jahr aus dem Ausland.
Man setze den Rekordkurs fort, sagte der Chef der Koelnmesse, Gerald Böse. Die Koelnmesse ist zusammen mit dem Verband Game Veranstalter. «Die Gamescom 2026 steht für Wachstum, internationale Relevanz und eine starke Community.» Die Ausstellungsfläche der Messe für Computer- und Videospiele liegt unverändert bei 233.000 Quadratmetern - dies inklusive von Fluren und Freiflächen, auf denen keine Messestände sind.