Der taiwanische Konzern TSMC verdient prächtig am KI-Boom. Der Konzern aus Taiwan baut die Chips hinter vielen bekannten Marken. Was macht ihn so schwer ersetzbar?
Der Boom künstlicher Intelligenz macht einen Chipkonzern aus Taiwan immer erfolgreicher. Der weltgrößte Auftragsfertiger TSMC steigerte seinen Gewinn im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 69 Prozent auf rund 763 Milliarden Taiwan-Dollar (umgerechnet etwa 21 Mrd. Euro). Der Umsatz kletterte auf rund 41,6 Milliarden Euro. Und ein Ende des Booms ist vorerst nicht in Sicht: Für das Schlussquartal erwartet TSMC bereits einen Umsatz von bis zu 48,5 Milliarden Euro.
Dabei ist TSMC außerhalb der Technologiebranche vergleichsweise wenig bekannt. Der Konzern fertigt vor allem Chips, die andere Unternehmen entwickelt haben. Führende KI-Konzerne sind auf die Taiwaner angewiesen.
Was macht TSMC eigentlich?
Ein großer Teil der modernen Chipindustrie funktioniert nach dem Prinzip der Arbeitsteilung. Der US-Konzern Nvidia entwickelt beispielsweise besonders leistungsfähige Prozessoren, mit denen künstliche Intelligenz trainiert und betrieben wird. Die Herstellung überlässt er aber weitgehend TSMC. Auch Apple lässt dort die wichtigsten Prozessoren für seine iPhones fertigen.
TSMC ist also gewissermaßen die Fabrik hinter den großen Namen der Technologiebranche. Je mehr Chips diese Unternehmen benötigen, desto mehr Aufträge bekommt der Hersteller aus Taiwan. Besonders profitiert TSMC davon, dass für KI immer leistungsfähigere Prozessoren gebraucht werden.
Warum ist TSMC so schwer einzuholen?
Computerchips herzustellen, ist eine der schwierigsten Aufgaben der modernen Industrie. Auf winzigem Raum müssen Milliarden elektronischer Schaltelemente untergebracht werden. Dafür sind teure Maschinen, jahrelange Forschung und viel Erfahrung nötig. Schon kleinste Fehler können dazu führen, dass ein Chip unbrauchbar ist.
TSMC hat diese Technik über Jahrzehnte perfektioniert. Andere Hersteller versuchen aufzuholen, doch gerade bei den modernsten Chips ist der Vorsprung der Taiwaner groß. Unternehmen können zwar neue Chips entwickeln, aber nicht ohne Weiteres einen anderen Hersteller finden, der diese in großen Mengen und mit derselben Qualität produzieren kann.
Wie lange hält der KI-Boom noch an?
Vorerst spricht vieles für eine anhaltend hohe Nachfrage. Große Technologiekonzerne investieren gewaltige Summen in neue Rechenzentren. Dafür benötigen sie immer mehr Chips. «Die jüngsten Entwicklungen sind sehr positiv für die langfristigen Nachfrageaussichten im KI-Bereich», sagte Konzernchef Che-Chia Wei bei der Vorlage der Quartalszahlen.