Brandenburg

"Lieber schlau als blau": Alkohol trinken unter Aufsicht - Schulen in der Kritik

Zur Suchtprävention soll ein Schulprojekt in Brandenburg helfen. Dabei dürfen Kinder zum Teil ab 14 Jahren unter Aufsicht und mit Einverständnis der Lehrer Alkohol trinken. Jetzt beschweren sich einige Eltern und auch die Krankenkasse schaltet sich ein.
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In Brandenburg sorgt das Schulprojekt "Lieber schlau als blau" führ heiße Diskussionen. Symbolbild: Tobias Hase/dpa
In Brandenburg sorgt das Schulprojekt "Lieber schlau als blau" führ heiße Diskussionen. Symbolbild: Tobias Hase/dpa

Für die Schüler ist es lustig, Eltern sehen es kritisch und die Landesregierung fördert es: "Lieber schlau als blau" ist ein Sensibilisierungsprojekt gegenüber Alkohol an Schulen in Brandenburg. Seit Jahren wird es von der CDU und Linken mit Steuergeldern finanziert. Jetzt richten sich immer mehr Eltern gegen das Projekt, weil es sich schließlich um Minderjährige handelt.

Das Projekt erlaubt den Schülern aus der neunten Klasse unter Aufsicht der Lehrer und mit Einwilligung der Eltern eine gewisse Menge an Alkohol zu trinken. Wie viel genau, das dürfen die Eltern in dem Einwilligungsformular in Trinkeinheiten angeben. Bis zu vier Trinkeinheiten können genehmigt werden. Das entspricht einen Liter Bier.

Alkohol in der Schule: So ist der Ablauf

In dem Unterricht sollen die Schüler die vorgegebene Menge Alkohol innerhalb von zwei Stunden trinken. Währenddessen sollen sie ihre Eindrücke notieren. Nach Unterrichtsende wird jedes Kind von seinen Eltern abgeholt. Dabei besteht noch ein mal die Möglichkeit ein Lehrergespräch zu führen. Zuhause sollen die Schüler dann eine Hausarbeit über ihren Umgang mit Alkohol schreiben und das dann mit ihren Eltern besprechen. Die Eltern werden somit eng in das Projekt eingebunden. Ebenfalls bietet die Schule für die Eltern vorab eine genaue Aufklärung an.

Eltern und Krankenkasse stellen sich gegen das Projekt

Wie der Nordkurier berichtet, seinen allerdings nicht alle Eltern mit dem Projekt zufrieden und beklagten sich bei der regionalen Tageszeitung. "Erst sollen wir unsere Kinder über die Schäden, die Alkohol und Drogen verursachen, aufklären - und jetzt wird ihnen schon in der Schule der Alkohol von Lehrern angeboten", äußerte sich eine Mutter.

Auch die erste Krankenkasse möchte sich von dem Projekt distanziert. Der Sprecher der DAK Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt äußerte sich dazu, dass die Krankenkasse ein Trink-Experiment strikt ablehnt.

Seit 2008 ist das Projekt im Gange und soll Schülern einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol vermitteln. Dabei arbeiten sie mit den Beauftragten für Suchtprävention des Landes zusammen. Die Schüler sind bei dem Experiment zum teil im Alter von 14 oder 15 Jahren.

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