Wer hat's erfunden?

Es gibt verschiedene Vermutungen darüber, warum der Internationale Frauentag am 8. März begangen wird.
In kommunistischen Darstellungen soll Lenin den Tag 1921 dazu erklärt haben.

Andere glauben, dass dieses Datum ausgewählt wurde, um an einen Textilarbeiterinnenstreik im Jahr 1857 in New York zu erinnern, der blutig niedergeschlagen wurde. Es handelt sich dabei wohl um eine Legende, um sich von der kommunistisch geprägten Geschichte zu lösen. Am wahrscheinlichsten ist, dass der Internationale Frauentag am 8. März begangen wird, um den Frauen von Arbeitern und Soldaten zu gedenken, die am 8.3.1917 in Sankt Petersburg streikten und die sogenannte "Februarrevolution” auslösten. Festgelegt wurde dieses Datum auf der Zweiten Internationalen Konferenz kommunistischer Frauen 1921 in Moskau.


Clara Zetkin

"Dieser Internati onale Frauentag ist die wichtigste Kundgebung für das Frauenwahlrecht gewesen, welche die Geschichte für die Emanzipation des weiblichen Geschlechts bis heute verzeichnen kann." Dieses Fazit zog die deutsche Sozialistin und Frauenrechtlerin Clara Zetkin in der Zeitschrift "Gleichheit", nachdem am 19. März 1911 Frauen in Dänemark, Deutschland, Österreich und der Schweiz erstmals den Internationalen Frauentag begangen hatten. Sie selbst hatte im Jahr zuvor auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz vorgeschlagen, einen internationalen Frauentag zu feiern. Das alles beherrschende Thema der ersten Jahre war die Forderung nach dem freien, geheimen und gleichen Frauenwahlrecht.

Der Frauentag in der DDR

Bereits 1946 feierten Frauen den Frauentag in der sowjetischen Besatzungszone. Der Tag hatte zunächst den Charakter einer sozialistischen Veranstaltung und galt als Höhepunkt der DDR-Frauenpolitik. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Tag zu einem Pendant des westdeutschen Muttertags. Frauen bekamen Blumen geschenkt und feierten weniger ideologisch.

Noch heute versucht der Handel vor allem in den neuen Bundesländern am Frauentag den Umsatz zu steigern. Einige Firmen schenken den Frauen in der Belegschaft Blumen. Auch die SPD in Mecklenburg-Vorpommern hat Medienberichten zufolge Rosen geordert, um sie am Samstag an Frauen zu verschenken. Die Linke in der Landeshauptstadt Schwerin will 160 langstielige Nelken verteilen.


Das Frauenbild im Dritten Reich

Gleichberechtigung und politische Beteiligung von Frauen standen nach der Machtübernahme 1933 nicht mehr auf der Tagesordnung. Der Internationale Frauentag wurde verboten und dafür der Muttertag, der stärker der NS-Ideologie und dem damit verbundenen Frauenbild entsprach, in den Rang eines offiziellen Feiertages erhoben. Trotz des Verbots aller sozialistischen und kommunistischen Aktionen bestand der Internationale Frauentag im Untergrund weiter. So wurden am 8. März beispielsweise rote Gegenstände zum so genannten Auslüften aus Fenstern gehängt.


Der Frauentag heute

Basierend auf einer UNO-Resolution aus dem Jahr 1977 wird der Internationale Frauentag jährlich als offizieller UNO-Feiertag begangen, um an den historischen Kampf für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Frauen zu erinnern. Der 8. März ist in vielen Ländern wie beispielsweise in Angola, Kasachstan, Moldawien, Russland, Sambia, Serbien, Vietnam und Weißrussland ein gesetzlicher Feiertag. In China ist der Nachmittag für Frauen arbeitsfrei. Für jeden Frauentag legen die Vereinten Nationen ein Schwerpunktthema fest. Dieses Jahr lautet das Motto "Gleichberechtigung von Frauen ist ein Fortschritt für alle".

Die Rechte der Frauen im Wandel der Zeit

1809 durften erstmals Frauen Patente unter ihrem N amen anmelden.
1896 machte zum ersten Mal eine Frau in Deutschland das Abitur.
Seit 1918 dürfen Frauen in Deutschland wählen, 1919 konnten sie das Recht zum ersten Mal nutzen.
Bis 1958 konnten Frauen nur mit der Erlaubnis des Vaters oder Ehemanns den Führerschein machen.
Ebenfalls bis 1958 hatte der Ehemann das alleinige Bestimmungsrecht über Frau und Kinder inne. Dazu gehörte, dass der Mann den Lohn der Ehefrau verwaltete.
Frauen durften erst 1962 ohne Zustimmung des Mannes ein Bankkonto eröffnen. Als geschäftsfähig wurden Frauen erst nach 1969 angesehen.
Seit 1976 kann der Nachname der Frau als Familienname festgelegt werden.
Ab 1977 mussten Frauen nicht mehr ihren Ehemann um Erlaubnis bitten, um arbeiten gehen zu dürfen.
In Bayern mussten Lehrerinnen noch bis in die 1950er Jahre nach dem Lehrerinnenzölibat leben. Sie mussten ihren Beruf aufgeben, wenn sie heirateten.
Vergewaltigung in der Ehe ist erst seit 1997 strafbar.