• Umfrage zeigt: Die große Mehrheit der Ungeimpften will sich auch künftig nicht impfen lassen
  • Initiativen zur Steigerung der Impfbereitschaft völlig wirkungslos
  • Forsa-Studie zeigt Spaltung der Gesellschaft, auch bei der Mediennutzung
  • Nur eine Maßnahme könnte zu einem Umdenken bei Impf-Skeptikern führen

Die Impfquote in Deutschland stagniert seit Wochen, die Impfbereitschaft ist längst nicht mehr so hoch wie etwa zur Jahresmitte. Dies bedeutet konkret, dass die meisten Menschen, die impfwillig ins, bereits eine Zweitimpfung erhalten haben. Doch was ist mit den Nicht-Geimpften? Warum haben diese Menschen noch keine Corona-Impfung in Anspruch genommen, obwohl es vielerlei Initiativen, Angebote und darüber hinaus auch noch Einschränkungen für sie gibt? Eine Umfrage des Forsa-Meinungsforschungsinstituts unter Ungeimpften  im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums ist dieser Frage nachgegangen und zeigt ein ernüchterndes Ergebnis zu Impf-Skeptikern: Die meisten Ungeimpften werden sich in naher Zukunft nicht impfen lassen. 

Impfbereitschaft: Fast 90 Prozent der Ungeimpften werden sich nicht impfen lassen

Rund zwei Drittel (65 Prozent) der rund 3000 Befragten gaben in der Umfrage an, dass sie sich "auf keinen Fall" in den kommenden zwei Monaten impfen lassen werden. Etwa 23 Prozent tendieren zu „eher nein“. Rund 10 Prozent sind unentschlossen und wollen sich später womöglich impfen lassen, nur zwei Prozent wollen sich "auf jeden Fall" impfen lassen. Dies hat zur Folge, dass sich an der Impfquote so schnell nichts ändern wird. 

Doch warum ist das so? Auch hierzu hat die Umfrage Antworten gefunden. Klar wird dabei vor allem, dass die Maßnahmen zur Steigerung der Impfbereitschaft keinen großen Einfluss haben auf die Entscheidung der Ungeimpften. Sogar eine Aufhebung aller Corona-Maßnahmen ist für 86 Prozent der Befragten kein Grund, sich impfen zu lassen, Belohnungen sind für drei Viertel kein Argument. Im Gegenteil: Rund 18 Prozent geben an, dass Prämien ihre Impfbereitschaft sogar noch senken würden. Einschränkungen für Ungeimpfte wie die 2G-Regel im Freizeitbereich sind ebenfalls negativ für die Impfbereitschaft - hier gaben 27 Prozent an, dass ihre Impfbereitschaft noch sinken würde, nur 5 Prozent ließen sich dadurch womöglich überzeugen. Für die große Mehrheit haben die in der Studie abgefragten Maßnahmen keinerlei Auswirkung auf die Impfbereitschaft. Selbst die Lage auf den Intensivstationen ist für viele Ungeimpfte kein Argument, selbst wenn inzwischen immer wieder deutlich berichtet wird, dass von den Patient*innen mit schweren Verläufen die allermeisten ungeimpft sind. Wenn die Intensivstationen in den Krankenhäusern an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, ist das für überwältigende 89 Prozent kein Argument und erhöht die Impfbereitschaft nicht. 

Als Grund für die fehlende Impfbereitschaft nennen die Befragten mehrheitlich Zweifel an der Sicherheit der bisher verfügbaren Impfstoffe. Rund 74 Prozent hält sie für zu wenig erprobt und befürchtet Impfschäden oder Langzeitfolgen (62 Prozent). Die Skepsis gegenüber der Wirksamkeit ist ebenfalls stark ausgeprägt. Viele Befragte betonen, dass sich auch Geimpfte mit Corona infizieren könnten und andere anstecken. 

Nur alternative Impfstoffe könnten Impf-Skeptiker überzeugen

Für zwei Drittel der Befragten ist der externe Druck zentral bei ihrer Entscheidung gegen die Corona-Schutzimpfung. Diese Mehrheit der Befragten empfindet die Freiheit, nach eigenem Ermessen zu entscheiden, für so wichtig, dass sie sich durch Druck oder Anreize gegen die Impfung entschieden haben.

Auch hegen zwei Drittel Zweifel an den Absichten der Bundesregierung in der Corona-Politik. Die Befürchtungen und Vorbehalte der meisten Nichtgeimpften sind jedoch wohl speziell auf Corona bezogen – nur sehr wenige gaben an, dass sie Impfungen allgemein ablehnen oder dass sie generell Angst vor Impfungen haben.

Was etwa die Hälfte der Nichtgeimpften jedoch überzeugen könnte, sich doch noch impfen zu lassen, wäre die Zulassung alternativer Impfstoffe zusätzlich zu den bisher verfügbaren. Würden neue Impfstoffe auf klassischen Wirkprinzipien wie Totimpfstoffen beruhen, könnte sich eine Mehrheit eine Impfung vorstellen. 

Forsa-Chef: "Das ist erschreckend"

Die Forsa-Studie offenbart auch beunruhigende Fakten zu den Einstellungen und Grundhaltungen der Befragten: Viele würden laut der Studie "Verschwörungstheorien zuneigen": So sind etwa drei Viertel der Nichtgeimpften der Ansicht, dass die "Medien einseitig über Corona berichten, nicht alle Stimmen aus der Wissenschaft Gehör finden, im Umgang mit Corona mehr auf „den gesunden Menschenverstand“ vertraut werden sollte und die Grundrechtseingriffe durch die Corona-Beschränkungen schwerwiegender sind als die Gefahr durch das Virus selbst", so die Studie.

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Auch dass Corona nur ein Vorwand sie, um mehr staatliche Kontrolle durchzusetzen, teilen zwei Drittel der Befragten. Sogar 20 Prozent gaben an, dass sie der Ansicht seien, es gebe bis heute keinen Beweis für die Existenz des Coronavirus.  Deutlich wird der Unterschied zum Rest der Gesellschaft auch bei der Mediennutzung: Unter Nichtgeimpften ist die Nutzung von Youtube und Telegram erheblich häufiger als beim Durchschnitt der internetnutzenden Bevölkerung. 

Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) zeigte sich Forsa-Chef Manfred Güllner irritiert und erschrocken: „Alle Argumente und alle Maßnahmen, um die Ungeimpften von einer Immunisierung zu überzeugen, prallen einfach an ihnen ab. Da kann man machen, was man will“, sagte er dem RND. "Das ist erschreckend", fügte er hinzu. 

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