Wichtig ist außerdem die Inflation. Sie senkt die Kaufkraft Ihres Geldes Jahr für Jahr und kann eine anfänglich ausreichende Rente mit der Zeit zu knapp machen. Eine vorausschauende Altersplanung bezieht neben den heutigen Preisen auch mögliche Kostensteigerungen in der Zukunft ein. Ein Rechenbeispiel aus dem 50k-Video macht das deutlich: Bei 4.500 Euro Bruttogehalt monatlich bleiben rund 3.000 Euro netto. Nach der 80-Prozent-Regel wären das 2.400 Euro Bedarf im Alter – heute.
Wer heute 30 ist, muss anders kalkulieren: Bei einer angenommenen jährlichen Inflation von zwei Prozent wären im Ruhestand rund 4.347 Euro netto nötig, um den heutigen Lebensstandard zu halten. Die gesetzliche Rente liegt in diesem Szenario nach mindestens 35 Beitragsjahren und einer jährlichen Rentensteigerung von 1,7 Prozent dagegen nur bei etwa 2.026 Euro netto. Es bleibt also eine Lücke von mindestens 2.321 Euro pro Monat. Weil die Inflation in diesem Beispiel schneller steigt als die Rente, wächst die Lücke im Laufe des Ruhestands tendenziell weiter. Diesen Kaufkraftverlust müssen Sparer durch zusätzliches Vermögen ausgleichen, erklärt Stotz.
Wie viel Kapital müssen Sie ansparen?
Für die grobe Planung eignet sich die 25x-Faustregel. Sie multiplizieren Ihre monatliche Rentenlücke mit 12 und anschließend mit dem Rentenfaktor 25. Der Rentenfaktor beschreibt, wie viel monatliche Rente ein Anbieter pro angespartem Kapital zahlt.
Bei einem Rentenfaktor von 25 erhalten Sie für 10.000 Euro Kapital rund 25 Euro Rente im Monat, also 300 Euro im Jahr. Der Faktor hängt unter anderem von der Lebenserwartung und dem Zinsniveau ab: Je länger die Auszahlungsphase und je niedriger die Zinsen, desto niedriger fällt er meist aus. Manche Verträge liegen daher auch bei 30.
Für das Beispiel bedeutet das: 2.321 Euro mal 12 ergibt 27.852 Euro pro Jahr. Multipliziert mit 25 benötigt man rund 696.300 Euro – also fast 700.000 Euro zusätzliches Kapital. Diese Zahl ist eine Orientierung, keine Garantie: Betriebsrente, Erbschaft, frühere Sparraten und Ihr individueller Bedarf können das Ergebnis deutlich verändern.
Wie bauen Sie Ihre Altersvorsorge auf?
Die gute Nachricht: Je früher Sie Ihre Rentenlücke kennen, desto mehr Zeit haben Sie, sie zu schließen. Beim langfristigen Anlegen hilft der Zinseszinseffekt: Erträge erzeugen weitere Erträge, sodass Ihr Vermögen mit den Jahren immer schneller wächst. Diesen exponentiellen Effekt unterschätzen viele Menschen.
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Mit einem langen Anlagehorizont können Sie stärker in Aktien oder ETFs investieren. Vorübergehende Schwankungen fallen weniger ins Gewicht, weil Sie genug Zeit haben, zwischenzeitliche Verluste auszusitzen. Auch Dividendenwerte können ein Baustein einer breit gestreuten Altersvorsorge sein.
Entscheidend sind ein früher Start, regelmäßiges Sparen und eine Strategie, die zu Ihrem Risikoprofil passt. Wer seine Rente im Ruhestand sichern will, sollte die eigene Rentenlücke regelmäßig prüfen und die Vorsorge daran ausrichten.