Leitungswasser gehört in Deutschen Haushalten zum Alltag. Der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe warnt nun, dass diese Selbstverständlichkeit in Gefahr ist. Das Trinkwasser ist knapp und manche Kommunen bekommen die Auswirkungen bereits zu spüren. Deshalb müsse jetzt vorgesorgt werden.

"Wir stecken längst mitten in den Folgeerscheinungen der Klimakrise", warnt Armin Schuster, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Extreme Wetterlagen, sinkende Grundwasserspiegel und die Konkurrenz zur Landwirtschaft würden schon jetzt vielen deutschen Gemeinden Kopfzerbrechen bereiten, berichtete er in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Trinkwasser-Knappheit: "Wir befürchten, dass das Problem zunimmt"

Folgeerscheinungen des Klimawandels würden sich schon jetzt negativ auf die Trinkwasserversorgung der Bundesrepublik auswirken: "Wir haben Hitzesommer mit Dürrephasen, wachsende Waldbrandgefahr, extreme Starkregenniederschläge im Wechsel mit Hitzeperioden und Trinkwasserknappheit – etwa 2018 und 2019." Durch das Voranschreiten des Klimawandels, sei eine Verbesserung der Situation nicht abzusehen.

Der ausbleibende Regen setzt nicht nur öffentliche Trinkwasserreserven unter Druck: Auch die Landwirte bangen Jahr für Jahr um ihre Ernten. Über Brunnen wird dringend benötigtes Wasser auf die Felder gepumpt, um den ausbleibenden Regen zu kompensieren. So entstünde schon jetzt eine Konkurrenz um unser Trinkwasser, berichtet Armin Schuster.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz versucht sich gegen den bedrohlichen Trend zu stemmen. Rund 60 Millionen Euro flossen daher alleine in den letzten Monaten in ein Förderprogramm für die Sanierung von Trinkwassernotbrunnen, für Verbundleitungen und die Notstromversorgung der Wasserversorger. Doch das knappe Trinkwasser ist momentan nicht die einzige Sorge.

Waldbrände und Wetterwechsel: Folgen des Klimawandels sorgen in Deutschland für Probleme 

Eine ebenso große Bedrohung wie die Trinkwasserknappheit, ist die zunehmende "Gefahr von Wald- und Vegetationsbränden und extremen Wetterwechseln". Man wolle jedoch noch keinen Alarm schlagen, dazu sei es noch zu früh. Um das Schlimmste abzuwenden, sei nicht nur der Staat in der Pflicht zu handeln. 

"Der Staat allein kann niemals so gut vorsorgen, wie es alle Bürgerinnen und Bürger zusammen können." Ein ressourcenschonender, nachhaltiger Umgang mit Wasser sei ein wichtiger Schritt. Doch auch Maßnahmen zum Selbstschutz und Selbsthilfe sollten in das Bewusstsein der Bevölkerung rücken.