Der Affenwald im Erlebnispark Straußberg in Thüringen sind Berberaffen, Schwarzweiße Varis und Kattas zu Hause - und dürfen sich dort frei bewegen. "Achtung: die Affen sind sehr zutraulich!", schreibt der Park auf seiner Webseite. Für dieses besondere Erlebnis war der Tierpark bei seinen Besuchern bekannt und beliebt, nun machen sich aber Sorgen breit.

"Am Tag bekomme ich bis zu 15 Anrufe von besorgten Besuchern. Alle wollen wissen, ob der Affenwald wegen der Affenpocken geschlossen ist", berichtet der Chef des Affenwaldes, Silvio Dietzel, der "Bild"-Zeitung. Einige hätte sogar Angst, sich bei den Tieren anzustecken. Auf Facebook versuchte der Tierpark bereits seine Gäste aufzuklären, denn ein echtes Infektionsrisiko besteht nicht.

Besucher wegen Affenpocken besorgt: Tierpark klärt über Virus auf

Affenpocken ist an sich ein irreführender Begriff, denn das Virus ist eigentlich bei Nagetieren verbreitet, vorwiegend in West- und Zentralafrika. Affen waren nur die ersten Tiere, bei denen der Erreger entdeckt wurde. Die Primaten sind jedoch wie auch Menschen sogenannte "Fehlwirte", wie auch der Tierpark in seinem Info-Post erklärt. "Im Frühjahr 2003 kam es zum ersten Nachweis von Affenpocken außerhalb des afrikanischen Kontinents. Als Ursache wurde der Import von Nagetieren aus Ghana in die USA identifiziert, die Übertragung der Erkrankung erfolgte über infizierte Präriehunde auf Tierhändler und -besitzer."

Eine Infektion von Tier zu Mensch ist laut Robert-Koch-Institut (RKI) durch engen Umgang mit infizierten Tieren möglich, zum Beispiel Bisse, Kontakt zu Sekreten oder Ausscheidungen, bei der Jagd oder durch den Verzehr. Wäre es also realistisch, sich im Tierpark bei den Affen anzustecken? "Das ist doch totaler Quatsch", so Dietzel. "Meine Affen haben keinen Kontakt zu erkrankten Nagetieren. Sie würden auch nie eine Maus verspeisen, sind doch alles Pflanzenfresser."

Zudem werden die Primaten tierärztlich betreut. Nach eigenen Angaben hat der Affenwald kein kranken oder infizierten Tiere und arbeitet eng mit dem Deutschen Primatenzentrum in Göttingen zusammen. "Wer Bedenken hat, unserer Anlage oder andere zoologische Einrichtungen zu besuchen, sollte sich richtig belesen und nicht verrückt machen lassen", heißt es vom Tierpark. Wer dennoch Sorge hat, werde gebeten, "von einem Besuch unserer Einrichtung abzusehen". 

Infektion mit Affenpocken vermeiden: Das solltet ihr tun

Zahlreiche Fachleute haben bereits ein Stück weit Entwarnung gegeben: Durch die Affenpocken droht keine neue Pandemie wie durch Corona. "Eine Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung in Deutschland wird nach derzeitigen Erkenntnissen als gering eingeschätzt", so das RKI.

Um das Ansteckungsrisiko gering zu halten, sollte der Kontakt und Verzehr von potenziell infizierten Tieren vermieden werden. Die Übertragung von Mensch zu Mensch ist ebenfalls möglich, aber "selten und nur bei engem Kontakt möglich", erklärt das RKI. Besonders bei Kontakt mit Körperflüssigkeiten und den für Pocken typischen Hautveränderungen wie Schorf oder Bläschen kann sich das Virus verbreiten. Aus diesem Grund hat das Bundesgesundheitsministerium Empfehlungen für Isolation und Quarantäne von Affenpocken-Infizierten und Kontaktpersonen herausgegeben.