Aktuell versetzt eine kleine Stechmücke Südamerika in Alarmbereitschaft. Am schwersten betroffen ist Brasilien. Jetzt hat die Regierung in Brasilia 220.000 Soldaten für den Kampf gegen die "aedes aegypti" - so die Fachbezeichnung - abgestellt. Auch in Deutschland sind inzwischen mehrere Fälle bekannt. Dabei handelt es sich jedoch ausschließlich um "importierte" Fälle, die Betroffenen haben sich also im Ausland infiziert.


Wo kommt das Zika-Virus her und wo tritt es auf?

Wissenschaftler stellten den Erreger erstmals 1947 bei Affen im Zikawald in Uganda fest. Inzwischen tritt es in tropischen Gegenden auf, die eine hohe Stechmückenpopulation vorweisen. Besonders betroffen sind Regionen in Afrika, Amerika, Südostasien und im westlichen Pazifik. Bei letzterem wurde 2007 der erste größere Ausbruch des Zika-Virus festgestellt.


Wie infiziere ich mich mit dem Zika-Virus?

Bislang ist der einzig belegte Infektionsweg durch den Biss einer bereits infizierten Stechmücke. Speziell handelt es sich dabei um die Art der "aedes aegypti", die auch das Dengue- und Gelbfieber überträgt. Ein weiterer möglicher Überträger, die Asiatische Tigermücke (aedes albopictus), kommt in Südeuropa und teilweise auch in Deutschland vor. Allerdings ist bislang noch keine Infektion innerhalb Deutschlands bekannt.


Was sind die Symptome?

Das Zika-Virus macht sich beim Infizierten in Form einer leichten Krankheit bemerkbar. Wenige Tage nach dem Biss treten in der Regel leichtes Fieber sowie Hautausschläge auf. Manche Patienten klagten auch über eine Bindehautentzündung, Muskelschmerzen und Müdigkeit. Meistens klingen die Symptome innerhalb von zwei bis sieben Tage wieder ab.


Wie wird das Virus behandelt?

Die Behandlung des Virus ist recht simpel, da für den Infizierten zunächst keine große Gefahr besteht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät zu gewöhnlichen, schmerzlindernden und fiebersenkenden Medikamenten. Zudem sollte der Patient ruhen und viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Eine Impfung gegen den Erreger gibt es noch nicht.


Was sind die Risiken?

Seit Oktober 2015 infizierten sich in Brasilien rund 11.000 Personen. Im Zuge dessen stellten die Gesundheitsbehörden einen sprunghaften Anstieg von Kindern fest, die mit Mikrozephalie zur Welt kamen. Angaben der Deutschen Presseagentur zufolge sind derzeit 3.893 Fälle in Brasilien bekannt. Aktuell untersucht die WHO noch den Zusammenhang zwischen dem Virus und der Krankheit, eine direkte Verbindung ist jedoch wahrscheinlich. Mikrozephalie ist eine Schädelmissbildung bei Babys, die durch eine atypische Entwicklung des Hirns bei Babys und Kleinkindern bedingt ist. Dies führt häufig zu Problemen der Hirnentwicklung beim Heranwachsen der Kinder. Mikrozephalie trat bislang meistens in Zusammenhang mit dem Down-Syndrom, einer Rötelinfektion oder Alkohol- und Drogenmissbrauchs während der Schwangerschaft auf.


Zika-Virus in Deutschland

In Deutschland sind seit 2013 zehn Fälle des Zika-Virus bekannt. Dabei handelte es sich ausschließlich um "importierte" Fälle, bei denen sich die Patienten während eines Auslandsaufenthalts infizierten. Allerdings vermuten Experten, dass diese Zahlen nicht korrekt sind. Denn in der Bundesrepublik kann nur das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin eine derartige Infektion feststellen. Neben dem Pasteur-Institut in Paris gibt es noch jeweils eine Einrichtung in Großbritannien und eine in den Niederlanden, die den Erreger identifizieren können.


Wie kann ich mich vor dem Virus schützen?

Angaben der WHO zufolge, ist der einzige Schutz gegen die Infektion der Schutz vor Mückenbissen. Eine vorsorgliche Impfung gegen den Erreger gibt es noch nicht. Außerdem wird Schwangeren empfohlen, Reisen in schwer betroffene Gebiete zu vermeiden. Schwangere, die sich bereits in derlei Regionen befinden, sollen besonders auf Mückenschutz achten und sofort Rücksprache mit ihrem Arzt halten.