Da wäre zum einen die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern. Ihre Aussage: Im Freistaat stehen rund 800 000 Impfdosen für die Grippeschutzimpfung zur Verfügung. Die Impfstoffe würden laufend vom Großhandel an Apotheken und Ärzte ausgeliefert. In einer Pressemitteilung heißt es weiter: "Die Versorgung der an der Grippeschutzimpfung interessierten Versicherten und insbesondere der Risikogruppen ist damit sicher gestellt."

Ganz anders die Hausärzte. Der Vorsitzende des Hausärzteverbands Bayern, Dieter Geis, schlägt Alarm mit dem Hinweis, dass bei den Hausärzten noch nichts angekommen sei. Und vom bayerischen Apothekerverband ist zu hören, eine Umfrage unter Bayerns Apotheken habe ergeben, dass über 1000 für die neue Impfsaison keine Impfstoffe beziehungsweise eine nicht ausreichende Menge erhalten habe. Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des Apothekerverbands, macht für den Mangel die Ausschreibung der Kassen verantwortlich, bei der man sich auf einen einzigen Anbieter verlassen habe, der nun nicht liefere.

Leidtragende sind die Patienten


Aus Krankenkassenkreisen kommt dagegen der Konter, dass die Apotheken als Leistungserbringer die Situation lediglich dazu ausnutzen würden, um das ungeliebte Ausschreibungsverfahren zu torpedieren, das ihnen geringere Erlöse bringt. Leidtragende dieses chaotischen Hickhacks sind letztlich die Patienten. Die wissen derzeit nicht, welcher Arzt impft und welcher nicht.